Heute Nacht gab es ein großes Gewitter, es hat stark geregnet. Durch den Sturm kam es auch wieder zum Stromausfall und dadurch fiel gegen Morgen auch die Klimaanlage im Zimmer aus.

Zunächst fahren wir zu Leon nach Agbetiko, wo wir frühstücken. Es ist sehr angenehm in Leons Garten. Durch den Regen hat es etwas abgekühlt und es weht ein leichter Wind. Der erste Termin findet heute im CMS, dem kleinen Hospital in Agbetiko statt, das wir 2017 eingeweiht haben.

Neben Hilfsgütern aus dem Container unterstützen wir das CMS auch mit einem Sozialfond, für Patienten, die ihre Behandlung oder Medikamente nicht bezahlen können. Uns werden die Listen vorgelegt, die für die Auslagen an den Sozialfällen angefertigt werden. Unsere letzte Auszahlung erfolgte im Juli 2018. Von dem Geld stehen noch gut 45 % zu Verfügung.

Wir besichtigen die Räume und auch die Aufzeichnungen über das Patientenaufkommen.

Wie schon in Kpalime im Hospital und auf den Missionsstationen ist auch hier das Patientenaufkommen gerade nicht so hoch.

Ein Krankenpfleger, eine Hebamme, ein Apotheker und ein Krankenpflegeschüler im 3. Ausbildungsjahr erklären uns, dass die Leute immer weniger Geld hätten und dann nur im äußersten Notfall zum Arzt bzw. ins Dispensaire gehen und dann auch nur zur ambulanten Behandlung.

Der Assistant medical ist schon seit mehreren Monaten krank und wird wohl nicht mehr kommen.

Der Krankenpfleger leitet im Moment die Station.

Anschließend fahren wir nach Tomtame ein kleiner Teilort von Afagnan, wo wir schon vor 3 Jahren ein landwirtschaftliches Frauenprojekt gegründet haben. 16 Frauen bewirtschaften im Moment knapp 60 ha und bauen Mais, Manjok, Erdnüsse, Obst und Gemüse an. Die Fläche kann im Laufe der Zeit noch auf etwa 100 ha erweitert werden. Die kleine Hühnerhaltung soll auch noch ausgebaut werden.

Im vergangenen Jahr wurde von den Lions Aalen eine dieselbetriebene Maismühle finanziert. Hilfe für Togo hat mit dem letzten Container eine mechanische Saftpresse geschickt, die wir im November erstmals in Betrieb genommen haben. Heute ist Elise, die Studentin von der Uni Tove nach Tomtame gekommen. Gemeinsam mit ihr und den Frauen des Projekts produzieren wir heute wieder Ananassaft. Elise soll in Zukunft die Frauen begleiten, anleiten und beraten. Zunächst stellt sie sich den Frauen vor und wir besprechen die Situation auf den Feldern.

Hier im Süden hat es schon geregnet und die Frauen sind voll und ganz mit der Feldarbeit beschäftigt. Allerdings ist der Traktor wieder mal defekt. So macht sich Done ans Werk um auf Fehlersuche zu gehen.

Wir bauen mit Elise und den Frauen die Saftpresse auf. Holz und Wasser wird herangeschleppt und der Kessel wird angeheizt.

Dominik erklärt Elise wie die Presse funktioniert und sie übersetzt es in Ewe für die Frauen.

Zunächst werden die Ananas grob zerkleinert und der Obstmühle zermalen.

In 4 Lagen wir das Fruchtmus in die Tücher zwischen die Pressplatten geschichtet.

Mit Muskelkraft wird dann der Saft gepresst.

Dominik als erfahrener Moster kommt heute Nachmittag ganz schön ins schwitzen.

Der gepresste Saft wird erhitzt und immer wieder erklärt Dominik Elise das Prinzip der Saftproduktion und der Haltbarmachung.

Aufmerksam verfolgen die Frauen Dominiks Anweisungen und am Schluss sind alle begeistert, dass wir wieder eine ganze Menge Saft produziert haben. Einen Teil liefert Leon gleich an eine Bar, gegenüber dem großen Hospital. Sie waren so begegeistert von der letzten Lieferung und haben schon nach Nachschub gefragt. Ein Projekt, das wir unbedingt noch ausbauen müssen. Mittelfristig muss für die Anlage ein kleines Gebäude erstellt werden, in dem die Presse immer stehen bleiben kann und vor allem die Abfüllanlage einen stabilen und sicheren Standort hat.

Zum Abschluss wird alles geputzt und sauber gemacht und wir erklären den Frauen wie wichtig die Hygiene bei der Saftproduktion ist.

Done hat bei der Reparatur am Traktor den Fehler gefunden. Konnte ihn aber nicht beheben. Im nächsten Container wird das Ersatzteil mitgeliefert.

Es war für uns ein anstrengender Tag, denn die Temperaturen liegen auch heute wieder bei fast 40°C….

Wir fahren zurück nach Agbetiko, wo gerade, wie jeden Abend, die bedürftigen Kinder aus dem Dorf mit einer Mahlzeit versorgt werden.

Die Ernährungssituation wird immer schlechter und viele Familien haben nicht genügend Geld um ihre Kinder ordentlich zu ernähren. Dies wurde uns auf dieser Reise immer wieder gesagt und wir konnten es auch immer wieder sehen…in den Kindergärten, Schulen und bei den Auszubildenden. Verschiedene Lehrer,die Missionsschwestern und der Direktor im Hospital in Kpalime verwiesen auf die vielen Erkrankungen auf Grund der Fehl – und Mangelernährung.

Einige Kinder boten uns als Dankeschön ein afrikanisches Tänzchen und Victorines Küchenteam bedankte sich für kleine Geschenke.

Zum Abschluss des Abends haben wir die Arbeiter und Lehrlinge des ABCN, die gerade beim Schulbau in Batonou beschäftigt sind, in die Dorfkneipe eingeladen. Als Dankeschön für ihre schwere und hervorragende Arbeit haben wir sie eingeladen….die Freude war riesig….wir hielten es in der Kneipe allerdings nicht so lange aus, denn die fliegenden Ameisen haben uns schwer attackiert und so haben wir die Flucht ins Hotel angetreten….

…schließlich mussten wir ja noch Kaffer packen – unsere Reise neigt sich dem Ende und es geht wieder nach Hause.

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Kategorien: Togo-Reise März 2019

1 Kommentar

cornelia nesper · 23. März 2019 um 22:19

Vielen Dank für die Berichte aus Togo. Ein Projekt, dass wirklich Hilfe ohne Umwege an Ort und Stelle bringt. Ich werde in Zukunft versuchen dieses Projekt in meinen Müglichkeiten zu unterstützen. Gute Heimreise! Grüße aus Waldstetten Cornelia Nesper

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