Montag 9.3.2020 – wie in den vergangenen Nächten war es auch heute wieder sehr heiß und wirklich unangenehm schwül in den Zimmern. Gefrühstückt wird heute unter Palmen, den im Macumba ist Montags immer Großputz und alle Mitarbeiter schrubben und putzen von der Decke bis zum Boden, Tische, Stühle und das Geschirr.

Während wir frühstücken kommen die Lehrlinge vom Macumba zu uns und bedanken sich für die Spenden aus dem letzten Container. Einige zeigen uns ganz stolz ihre Kleidungsstücke, die sie erhalten haben.

Um 9.00 Uhr haben wir einen Termin im großen Krankenhaus. Dort werden wir vom ärztlichen Direktor empfangen. Hauptsächlich kommen wir, damit Marie sich vorstellen kann. Bereits im November hat sie sich um einen Praktikumsplatz beworben und wird in der Chirurgie eine Famulatur absolvieren. Marie studiert in Erlangen Medizin und war 2014 schon für 3 Monate im Hopital Solidarite zu einem Praktikum. Im Gespräch mit dem Direktor macht er darauf aufmerksam, dass es bei ihnen im Haus an vielem fehlt und sie sich immer sehr über die Hilfsgüter aus den Containern freuen. Er wird uns eine Prioritäten Liste erstellen und erzählt uns, dass sie unter anderem nach Geräten für Hörtests suchen. Auch Verbandsmaterial, Bettwäsche, Handtücher, Instrumente, Scheren usw. können sie immer brauchen. Gemeinsam mit Marie wird er dann die Liste erstellen und wir werden schauen, was wir mit dem Container mitschicken können. Im Anschluß fahren wir nach Beme, zu einem Höhepunkt unserer Reise. Im November waren wir in dem kleinen Dorf und waren entsetzt unter welchen Bedingungen die Menschen zu ihrem Trinkwasser kommen.

Das Wasserloch, das im November mit einer schmutzig braunen Brühe gefüllt war, ist zur Zeit komplett ausgetrocknet und die Frauen müssten jetzt 1,5 km weiter laufen um das Wasser für den täglichen Bedarf heran zu schaffen. Bereits Anfang Januar wurde mit dem Bau des Wasserprojektes begonnen

Auf dem Platz vor der Schule ist ein Dach aus Palmblättern aufgebaut. Tische, Bänke und Stühle wurden herangeschleppt und so finden alle Platz im Schatten.

Zunächst wurden wir von trommelnden Männern und singenden Frauen begrüßt und dann beginnt die Feier, bei der auch die Schüler singen und Gedichte aufsagen..

In den vielen Jahren, in denen wir nun in Togo sind haben wir schon eine ganze Reihe von verschiedenen Einweihungsfeiern erlebt. Ich möchte behaupten, heute war es eine von den schönsten. Es handelt sich um ein relativ kleines Dorf mit etwa 700 Einwohnern und noch 200 in umliegenden Gehöften.. Die Feier ist einfach aber sehr herzlich. Man spürt regelrecht die große Freude, der Menschen über das gelungene Projekt. Eine sehr beeindruckende Rede hält der Vertreter der oberen Schulverwaltung. Er hatte gehört, dass an der Schule irgendwas gebaut wird und hat einen Mitarbeiter vorbeigeschickt, um zu schauen was dort los ist. Der Mitarbeiter kam voller Begeisterung zurück und berichtete, dass dort ein ganz besonderes Wasserprojekt gebaut wird. Daraufhin ist er selbst nach Beme gereist um zu schauen was dort geschieht. Er ist restlos begeistert und sehr froh, dass er heute bei der Feier dabei sein darf. Auf Ewe spricht er mit den Dorfbewohnern und macht ihnen klar, dass es jetzt weniger Krankheiten geben wird, weil sie sauberes Wasser haben. Eindrücklich weißt er sie auch darauf hin, dass sie eine Verantwortung haben und mit dem Projekt sorgsam umgehen müssen um es sehr lange zu erhalten.

Die Wasserpumpe befindet sich in dem kleinen Haus und wird über die Photovoltaikplatten angetrieben. Finanziert wurde sie von Otto Müller aus Iggingen, der mit seiner Schnupfmaschine die nötigen Mittel gesammelt hat.

Bei einem Rundgang können wir uns selbst einen Eindruck von der Anlage machen. Besonders gefällt uns, dass die Photovoltaikanlage umzäunt ist und somit ein gewisser Schutz besteht, da die Schule in unmittelbarer Nähe ist und die Kinder direkt neben der Anlage ihre Pause verbringen. Für das Wasserprojekt wurde eine Bohrung von ca. 75 Metern gemacht. Mit einer 1,3 kw Pumpe – angetrieben von 6 Photovoltaikpanelen a 275 Watt. Das Wasser wird in einen 5m³ Behälter, auf einem 6 m hohen Turm gepumpt. Die Quelle hat eine Schüttung von 4000l in der Stunde. Das Wasser wurde in einem Labor in Lome untersucht und als vorzüglich eingestuft.

Vom Wasserbehälter aus wird das Wasser in 3 Wasserstellen transportiert. Die weiteste Wasserstelle ist etwa 700 Meter entfernt.

Als Dank erhalten wir von den Dorfbewohnern noch zwei Körbe mit Bananen, Avocados und Ananas. Done bekommt ein traditionelles afrikanisches Hemd und alle freuen sich als er es gleich anzieht.

Bevor wir uns verabschieden kommt noch eine Frau mit einem kleinen Mädchen, dass nicht stehen und gehen kann. Es wurde wohl in Lome schon mal an der Wirbelsäule operriert. Die Mutter bittet uns um Hilfe. Wir schicken sie zu den Schwestern nach Kpime und beauftragen Leon, dass er bei seinem nächsten Besuch in Kpime einen Rollstuhl mitbringt. Mit Trommeln und Gesang werden wir verabschiedet und sind uns einig, dass wir ein schönes Fest erlebt haben.

Wir legen eine Pause im Macumba ein – es ist sonst nirgends auszuhalten. Es ist wieder unheimlich heiß. Da es keinen Strom gibt, funktionieren die Ventilatoren nicht, es gibt kein Internet und kein Welan – also kann ich auch keinen Bericht schreiben.

Um 15.00 Uhr treffen wir uns mit den Ausbildern des ABCN. Bei dem Gespräch sprechen sie ihre Wünsche nach Werkzeug und Geräten aus, die sie für die Ausbildung benötigen. Done bittet darum, dass sie eine Liste erstellen und uns diese zukommen lassen. Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit im ABCN. Die Elektroabteilung wurde neu aufgestellt und hat jetzt außer den 12 Aprentis 2 Elektriker – Ausbilder, wovon sich einer auf Photovoltaik – und Solartechnik spezialisiert hat.

…kleine Geschenke, die grosse Freude bereiten…Käppi, Kalender und Kugelschreiber

Am frühen Abend haben wir noch einen Termin im Hopital Solidaritee, das wir schon seit vielen Jahren mit Spendengütern aus dem Container und einem Sozialfond unterstützen.

…in der Apotheke..

An Arbeit fehlt es zur Zeit nicht. Mit Beginn der Regenzeit kommt es auch wieder vermehrt zu Malariaerkrankungen.

Krankenbetten, Bettwäsche, Verbandsmaterial stammt sehr oft aus unseren Containern.

Bei einem Rundgang stellen wir zufrieden fest, dass alles sehr sauber ist. Im Labor haben wir die Gelegenheit das Blut einer an Malaria erkrankten Frau im Mikroskop betrachten.

Eigentlich wollten wir noch auf den Markt gehen, doch durch ein sehr starkes Gewitter fällt dieses Vorhaben buchstäblich ins Wasser.

Im Nu war die Strasse vor dem Hopital Solidarite überflutet.

Unseren letzten Abend in Kpalime lassen wir im Macumba ausklingen.

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Kategorien: Togo-Reise März 2020

3 Kommentare

Anonymous · 9. März 2020 um 23:34

Wer ist jetzt der Leiter der Elektriker?
Hubert

    Barbara Weber · 11. März 2020 um 17:52

    Samuel und Richard wurden neu eingestellt. Machen einen sehr guten Eindruck. Ihre Feuerprobe haben sie bestanden. Das Wasserprojekt in Beme mit Photovoltaikanlage.

Richard Salzer · 10. März 2020 um 7:50

Liebe Barbara lieber Anton ihr seid ja unglaublich aktiv und erfolgreich aber die Strapazen die ihr zu meistern habt darf man nichnicht vergessen
Bleibt gesund
Liebe Grüße Hanne und Richard

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