Dienstag 8.3.2022 …. heute ist internationaler Frauentag. Für die Frauen in Togo ein sehr wichtiger Tag. Victorin hat mir erzählt, dass sie im Moment sehr viel Arbeit hat, sie aber trotzdem am Vormittag zu einem Treffen mit anderen Frauen gegangen ist. Auf den Straßen sieht man viele Frauen, die Kleider tragen, die aus einem Stoff mit Aufdruck zum internationalen Frauentag genäht wurden.

Wir sind heute wieder zeitig auf den Beinen. Schon um 9.00 Uhr sind wir beim Prefäkten zu unserem Begrüßungsbesuch eingeladen und wie immer werden wir von ihm sehr herzlich empfangen. Im Laufe der Jahre hat sich eine gegenseitige Freundschaft entwickelt und wir schätzen einander sehr.

Gemeinsam fahren wir dann nach Tsihinou. In dem Stadtteil von Kpalime wird zur Zeit eine Schule mit 2 Gebäuden, einem Wasserprojekt und einer WC-Anlage gebaut. Das erste Schulgebäude wurde bereits im November bezogen. Ebenso wurde das Wasserprojekt mit einer Pumpe, die mit einer Photovoltaikanlage betrieben wird fertiggestellt. Von dem Wasserturm werden im Schulhof zwei Trinkwasserstellen versorgt.

Nachdem im benachbarten kleinen Krankenhaus der „Mutter Theresa Schwestern“ an Weihnachten, der Brunnen versiegte, waren sie dort plötzlich ohne Wasserversorgung. Kurzfristig wurde von dem Wasserturm der Schule eine Leitung zu den Schwestern verlegt. Um die Wasserversorgung dauerhaft zu gewährleisten wird ein zweiter Wasserturm gebaut und die Pumpe werden wir gegen eine stärkere austauschen, die im nächsten Container mitgeschickt wird. Die bisherige Pumpe werden wir an einer anderen Schule einbauen. Gleichzeitig wird in der Nähe der Schule eine weitere Wasserentnahmestelle für die Bewohner in der Umgebung gebaut. Mit dem Bau der WC Gebäude wurde vor kurzem begonnen.

Die Absetzgruben sind fertig gestellt und die Gebäude befinden sich im Rohbau. Im April soll mit dem Bau des zweiten Schulgebäudes begonnen werden. Bei der Finanzierung werden wir von der Aktion „Ein Herz für Kinder“ vom Springerverlag und der Aktion „ProCent“ von der Daimler AG tatkräftig unterstützt.

Wie schon bei unseren früheren Besuchen wurden wir von unzählig vielen Kindern mit viel tamtam empfangen. Die Freude war bei den Kindern und den Erwachsenen zu spüren. Nach dem obligatorischen Gebet mit dem Pfarrer der Schulverwaltung von der Diözese gab es Reden von der Rektorin, dem Diözesandirektor, dem Prefäkten der Prefäktur Kloto und dem Präsidenten von Hilfe für Togo e.V..

Der Prefäkt erzählte in seiner Rede, dass er vor etwa 2 Jahren zur hlg. Messe in der angegliederten Kirche war und gesehen hat, dass es an vielem fehlt. Er habe uns gegenüber dies aber nie erwähnt und trotzdem haben wir den Weg hierher gefunden und bauen jetzt ein so tolles Zentrum. Die Rektorin erwähnte, dass es hier sehr viele Ethnien gibt und vor allem auch Klimaflüchtlinge aus dem Norden Togos und den nördlichen Nachbarländern. Trotz allem gibt es an der Schule ein sehr gutes miteinander, was sicher auch daran liegt, dass von den 20 Lehrkräften, 15 weiblich sind.

Die Kinder aus den Klassen, die in den neuen Räumen unterrichtet werden berichteten über die guten Lernerfolge, dank der wesentlich besseren Bedingungen in den neuen Klassenzimmern. Insgesamt werden in den neuen Räumen 302 von den insgesamt ca. 1500 Schülern unterrichtet.

Als Dankeschön erhalten wir alle ein afrikanisches Hemd, das wir unter viel Beifall der Bevölkerung gleich angezogen bekommen.

Gemeinsam mit den Lehrkräften, der Schulverwaltung und den Elternvertretern begeben wir uns auf einen Rundgang durch die neuen Klassenzimmer. In allen Klassen werden wir mit einem Liedvortrag überrascht. Da es inzwischen Mittag geworden ist, endet der Unterricht und die Kinder gehen nach Hause. Wir treffen uns jetzt alle in einem der Klassenräume und diskutieren noch eine ganze Weile über die weitere Vorgehensweise. Die Schulverwaltung und die Lehrer sind sehr engagiert und freuen sich, dass wir sie z.B. bei der Einführung von Inklusionsunterricht und mit Musikinstrumenten unterstützen wollen.

Im Anschluß machten wir dann gleich einen Besuch bei den Mutter Theresa Schwestern. Sie bedankten sich herzlich für die spontane Aktion mitten während der Weihnachtsfeiertage.

Sie waren froh, dass ihre Patienten und sie wieder Wasser haben und dass wir aus der provisorischen Lösung eine Dauerhafte machen werden. Sie sind gerne bereit für eine regelmäßige Wartung durch das ABCN einen finanziellen Beitrag zu leisten.

Inzwischen ist es Nachmittag und wir sind ganz schön erledigt, sodass wir zu nächst mal ins Macumba zurückfahren um etwas kühles zu trinken. Nebenher diskutieren wir mit Leon ausführlich über verschiedene Projekte wie z.B. auch unsere Aufforstungsprojekte, die wir während unseres Aufenthalts auch noch besichtigen.

Bei einem kurzen Rundgang durch das ABCN sehen wir, dass die Aprentis des dritten Lehrjahres gerade Unterricht von einer Mitarbeiterin des Ministeriums in Sozialkunde haben, dabei geht es um das Arbeitsrecht.

Im Macumba werden gerade mit zwei jungen Mädchen die Lehrverträge durchgearbeitet und unterschrieben. Wir werfen auch einen Blick auf die Verträge und sehen, dass sie identisch sind mit den Ausbildungsverträgen, die bei uns abgeschlossen werden.

In der Küche sind die Lehrlinge wieder sehr fleisig und bereiten das Abendessen für uns und die Gäste des Macumbas vor. Es schmeckt wieder sehr lecker. Den Abend lassen wir dann wieder auf der Terrasse vor unseren Zimmern ausklingen, wo wir uns dann noch ausgibig über den vergangenen Tag austauschen.


1 Kommentar

U.N. · 17. März 2022 um 22:43

Toll zu sehen, was aus den in Deutschland gesammelten Spenden für fabelhafte Projekte entstehen! Schön, dass ihr in diesen Zeiten für einige Glanzlichter sorgt, die Hoffnung geben!

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