Freitag, 11.3.2022 … „Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See „, haben wir uns heut Nacht gedacht. Nachdem es jetzt zum Ende der Trockenzeit zwei mal geregnet hat, erwacht in Togo die Natur – ähnlich wie bei uns im Frühjahr. Direkt angrenzend an unser Hotel fließt ein kleiner Fluß und ein kleiner Tümpel. Gefühlt 1000 Frösche haben heut Nacht ein Konzert gegeben, was uns nicht gerade einen ruhigen Schlaf bescherte. Nach dem Frühstück sind wir zu einer Tour durch die Schulen in der Region Kpalime gestartet, die im letzten Jahr von uns gebaut wurden.

Unser erster Besuch galt der Schule in Xletivikondi. Vor einem halben Jahr wurde das Schulgebäude, ein Kindergarten/Vorschule und ein Wasserprojekt übergeben. Die Solarplatten der Photovoltaikanlage wurden beim Bau auf einem Unterbau auf einer Wiese erbaut. Begründung war, das man die Platten so besser reinigen kann. Wir haben dies aber sehr bemängelt, da die Kinder ständig an der Anlage herumturnten. Jetzt wurde sie auf dem Dach des Schulgebäudes installiert, was wir sehr gut finden.

Der Kindergarten ist geschlossen und ein Klassenzimmer ist auch leer. In den anderen Schulsälen sind z.T. unheimlich viele Kinder. Ein Lehrer erklärt uns das heute alle Lehrerinnen in Togo zu Treffen anläßlich des internationalen Frauentages, (der ja am 8. März war) eingeladen sind. Deshalb ist die Vorschule geschlossen und die Schüler aus den Klassen der Lehrerinnen werden an diesem Tag auf die Klassen der Lehrer verteilt.

Als nächstes steht die Schule in Kpeta auf dem Programm. Sie liegt am anderen Ende der Stadt und wurde ebenfalls im vergangenen Jahr fertig gestellt. Schon bei der Anfahrt sehen wir, das die bei der Einweihung gepflanzten Bäume sehr gut angewachsen sind…. wohl ein Erfolg der Umwelt AG, die an der Schule vor einigen Jahren gegründet wurde. Im Umkreis der Schule ist es auch sehr sauber und die von uns zur Verfügung gestellten Mülleimer und Handwaschanlagen sind im Gebrauch.

Auch hier sind die Schüler aus einem Klassenzimmer auf die anderen Klassen verteilt, weil die Lehrerin beim Frauentag ist. Ein Lehrer führt uns durch die Klassenzimmer und das angrenzende Gelände mit einer Aufforstung

Direkt vor dem Schulgebäude wurde eine Reihe Büsche gepflanzt die schon sehr gut angewachsen sind. In ein paar Jahren wird das eine Hecke sein, die dann entsprechend geschnitten wird und dann so ähnlich aussieht wie bei uns die Buchsbaumhecken. Direkt gegenüber wurden bei der Einweihung 2 Reihen Bäume gepflanzt die alle sehr gut angewachsen sind. Man sieht ihnen an, dass sie gut gepflegt werden. Auch auf dem angrenzenden Gelände wurden Bäume gepflanzt, die zwar noch sehr klein sind, aber wenn jetzt die Regenzeit beginnt werden sie einen Wachstumsschub machen.

Der Lehrer bedankt sich mehrmals sehr herzlich für die tolle Schule und freut sich über unser Lob in Bezug auf die gute Pflege der Bäume. Wir freuen uns auch wirklich, denn sehr oft werden die Bäume zwar gepflanzt, aber danach nicht ordentlich gegossen und gepflegt.

Wir fahren weiter zur Schule in Nyiveme, dort haben wir nicht weit entfernt vom ABCN eine Schule inkl.WC gebaut und an einem alten Schulgebäude wurde ein Zwischenbau renoviert.

Das von den Lions Aalen finanzierte Gebäude können wir heute nicht besichtigen, da dort gerade die Abschlussprüfungen in Mathematik stattfinden. Für die Prüfung werden alle Klassenräume des neuen Gebäudes genutzt, weil dort ein wesentlich besseres Raumklima herrscht. In den Klassenräumen der alten Gebäude sieht es ziemlich trostlos aus.

Im Kindergarten, der nicht weit entfernt liegt, sind die Lehrerinnen auch beim Frauentag, deshalb ist er geschlossen. In allen drei Schulen erzählen uns die Lehrer, das die Schülerzahlen ständig steigen und die Schulen z.T. aus allen Nähten platzen. Es gäbe leider auch viele Kinder die auf Grund der Kosten für Schulgebühr, Schulkleidung, Bücher usw. nicht zur Schule gehen, weil die Eltern das Geld nicht aufbringen können. Nachdem im vergangenen Jahr wegen Corona die Schulgebühren erlassen waren, müssen sie in diesem Jahr wieder entrichtet werden.

Nun kommen wir zum anstrengensten Teil des Tages. Es ist früher Nachmittag und die heißeste Zeit des Tages. Ausgerechnet jetzt kommt ein Geologenteam nach Agou Nyougbo um den genauen Punkt für die Brunnenbohrung fest zu legen.

Wir sind überrascht, über die modernen Gerätschaften, die der Geologe dabei hat. Im Umfeld von 200 Metern hat er die Wasseradern und deren Verlauf feststellen können. Es war relativ einfach, da der Standort am Fuß der größten Erhebung Togos – dem Agouberg liegt. Die Differenz des Standorts der Schule und dem Gipfel des Agouberges beträgt ungefähr 500 Höhenmeter. Die größte Wasserader konnte er mit Hilfe eines Sonargerätes eingrenzen und die Tiefe der Wasserader festlegen. Mittels zwei weiterer Sonden konnte er die Fließgeschwindigkeit des Wassers feststellen. Das Ergebniss ist, das in einer Tiefe von etwa 65 Metern eine Wasserader kommt. Eine große Wasserblase konnte er in einer Tiefe von 90 – 95 Metern feststellen. Somit wird diese Tiefe bei der Bohrung in der kommenden Woche angestrebt. Der Geologe garantiert den Erfolg der Bohrung an diesem Standort – falls nicht würde er die Kosten der Bohrung übernehmen. Ab morgen wird die Baustelle eingerichtet, sowie Sand und Zement zur Baustelle gebracht.

Inzwischen ist es schon fast 17.00 Uhr und wir haben noch einen Termin zu absolvieren. Die Frau, die die 11 Waisenkinder betreut kommt zum ABCN. Sie bekommt regelmäßig alle 4 Wochen von uns Lebensmittel für die Kinder. Bei unserem letzten Besuch haben wir organisiert, das eines der Kinder zum Augenarzt ins Hospital gebracht wird, da sie sehr schlecht sieht. Im Moment wird sie mit Augentropfen medikamentös behandelt und in Kürze bekommt sie eine Brille, sodaß sie auch wieder zur Schule gehen kann. Zu der Übergabe konnten nur 10 Kinder mitkommen, da eines an Malaria erkrankt ist.

Jetzt haben wir einen arbeitsreichen Tag hinter uns und freuen uns auf das Abendessen … und wie immer wurde im Macumba wieder sehr lecker für uns gekocht.

Den Abend lassen wir wieder auf der Terrasse in unserem Hotel ausklingen. Für die Nacht hätten wir zwei Wünsche … wir hoffen das die Frösche heute Nacht auf ihr Fest verzichten. Ja und wenn es etwas kühler wäre hätten wir auch nichts dagegen. In der letzten Nacht war es laut Leon einer der kühlsten Nächte mit 24 Grad. Tagsüber hatten wir heute 35 – 38 Grad im Schatten ….

Kategorien: Togo-Reise März 2022

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