Dienstag 5.11.2019 – Nach dem Frühstück, mit ausgibigen Diskussionen über unsere Projekte sind wir zunächst in’s Haus von Leon gefahren. Nicolas wird drei Monate in Togo bleiben und während dieser Zeit bei Victorin und Leon wohnen. Er kann sein Zimmer inspizieren und ist sehr zufrieden. Anschließend fahren wir zu einer Baustelle, wo gerade ein Gebäude für unsere zweite Saftanlage entsteht. Die Anlage kam im Mai mt dem Container aus Deutschland und soll im März in Betrieb gehen.

Victorin ist mit ihren Schneiderlehrlingen bei der Arbeit. Zwei der Mädchen stammen aus Kara, aus der Region der ehemaligen Togohilfe Donzdorf. Gemeinsam mit 2 Jungen, die Schreiner und Automechaniker lernen sind sie seit April im ABCN zur Ausbildung.

Die Lehrlinge sind dabei afrikanische Herrenanzüge zu schneidern.

Zusammen mit Victorin fahren wir dann zum Centre Artisanal ein Kunsthandwerkerzentrum, dass vor vielen Jahren vom BMZ gegründet wurde. In einer Töpferei, einer Schnitzerei sowie einer Schneiderei mit Batikabteilung werden große und kleine Kunsthandwerke geschaffen, die dann verkauft werden. In zwei größeren Zimmern werden Schneiderinnen ausgebildet und in einem Raum sitzen mehrere junge Leute und fertigen Zeichnungen, nach deren Vorlagen anschließend größere und kleinere Bilder gemalt werden.

Victorin ist eine geschickte Geschäftsfrau und handelt gute Preie für uns aus.

Nach einer kurzen Pause, in der wir über unsere Projekte diskutieren, Rechnungen vom Container kontrollieren, die aktuelle Schulbankliste usw. erstellen, Geld wechseln und endlich die letzten Telefonkarten einsetzen, fahren wir in ein kleines Dorf, das etwa auf halber Strecke zwischen Kpalime und Adeta liegt. Über einen holprigen Weg kommen wir zum Dorfplatz wo die Schule steht. Im Umkreis leben etwa 600 Menschen mitten im Busch.

Wir werden sehr freundlich empfangen. Drei Männer trommeln, Frauen tanzen und singende Kinder freuen sich über die Jovos. Zunächst gibt es für alle eine Kokosnuss direkt vom Baum – ein Genuss – die Kokosmilch. Die Vertreter der Dorfbewohner schildern uns ihre Situation. Es gibt keine Toiletten und keine Brunnen. Eine Wasserstelle mit ca. 2m Durchmesser und einer Tiefe von ca 1,50 Meter dient als Trinkwasser. In etwa 40 cm unter dem Boden wird Grundwasser ausgestoßen. An dieser Stelle wurde das Loch ausgegraben, das jetzt auf Grund des vielen Regens ganz voll ist. Die Qualität des Wassers ist sehr schlecht und daher haben die Menschen natürlich auch große Probleme mit Parasiten. Nur wenige Minuten entfernt besuchen wir diese Wasserstelle und als wir sie sehen sind wir geschockt. Wir können uns sehr gut vorstellen, dass hier gesundheitliche Probleme entstehen.

Den Abend lassen wir bei Victorine und Leon im Garten ausklingen, wo wir mit einem tollen afrikanischen Essen verwöhnt werden.


1 Kommentar

Susanne Kaller · 6. November 2019 um 21:59

Es ist kaum vorstellbar dass diese Menschen ihr Trinkwasser aus diesem Wasserloch holen. Wir betätigen nur den Wasserhahn und erhalten reines ,glasklares und geprüftes Trinkwasser.
Was für ein Luxus, was für eine Gnade!! Schätzen tun wir das hier in Europa allerdings nicht mehr –
gehört zum Standard.

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