Montag 15.11.2021 … Heute klingelt der Wecker schon kurz nach 5.00 Uhr. Die Koffer werden gepackt und ein letztes Mal geht es über die Schlammpiste von Aveve nach Agbetiko – in der Nacht hat es nochmal geregnet und es ist eine rechte Rutschpartie.

Nun können wir nach dem Frühstück auch nochmal zu den Frauen des Palmölprojektes. Sie freuen sich sehr über unseren Besuch. Der Techniker, der die Frauen in der Handhabung der Maschinen einweist ist schon aus Benin angekommen, denn dort wurden die Maschinen gekauft. Der Techniker erklärt den Frauen die Funktion und demonstriert uns wie die Kerne für die Kaltpressung geschält werden. die andere Maschine kann er nicht vorführen. Die Palmölkerne müssen erst geerntet werden.

Nun heißt es Abschied nehmen. Sehr herzlich bedanken sich die Frauen bei uns und wünschen uns eine gute Reise. Natürlich müssen wir versprechen im März wieder zu kommen, was wir natürlich gerne tun.

Auf dem Weg legen wir noch einen kurzen Stopp an der Schule ein, die das erste gemeinsame Bauwerk mit der Togohilfe Donzdorf war. Wir sagen kurz Hallo. Da wir einen vollen Terminkalender hatten versprechen wir, uns im März mehr Zeit zu nehmen. In den Klassen sieht man wie überall in Togo, das von allen Mundschutzmasken getragen werden und nach Möglichkeit versucht wird Abstand zu halten. Das ist aber nicht immer ganz einfach, da die Klassen sehr viele Schüler haben.

Auf dem Weg nach Lome lassen wir nochmals Eindrücke von Togo auf uns wirken.

Die Straßen werden wir wahrscheinlich nicht vermissen – wir wissen schon gar nicht mehr wie es sich auf geteerten Straßen fährt.

Friedhöfe in Togo … am Dorfrand unter den Bäumen … sie bleiben bis die Grabsteine zerfallen sind. Oft wundern wir uns die Menschen wohnen in primitivsten Hütten und die Gräber bestehen aus riesigen Monumenten.

Beeindruckende Vegetation …

Armselige Hütten…

Strahlende Kinder, denen man mit Kleinigkeiten so große Freude bereiten kann.

Noch 1 Stunde und wir sind in Lome, wo wir nochmal im Robinson einen kurze Rast einlegen um uns umzuziehen – zu Hause soll es kalt sein. Ein letztes Mal sitzen wir mit Leon und Amelie zusammen und lassen die vergangenen zwei Wochen Revue passieren. Victorin kann nicht dabei sein. Sie ist bei einer Fortbildung, bei der es um Aufklärungsmaßnahmen für die Auszubildenden in Bezug auf Sida, wie Aids in Togo genannt wird, geht. Sie wird dann zum Flughafen kommen.

Leider läuft am Flughafen nicht alles so glatt wie wir uns das gedacht haben. Victorine darf nicht aufs Flughafengelände, da sie ihren Corona – Impfnachweis nicht dabei hat.

Die Kontrollen für uns sind sehr umfangreich – zunächst bekommen wir Probleme, weil unser Online Ausreiseformular angeblich nicht ordnungsgemäß ausgefüllt ist und wir den PCR Test nicht bezahlt hätten. Was aber gar nicht möglich ist. Denn erst wenn man bezahlt hat ist man auf der Online Liste und nur dann wird der Test durchgeführt. Als nächstes wird die Einreisebescheinigung nach Brüssel kontrolliert – für uns kein Problem, da wir die schon zu Hause ausgefüllt und ausgedruckt haben. Viel haben dies aber nicht gemacht und das stockt das ganze Verfahren und alle müssen ewig warten.

Endlich ist es geschafft und wir sind am Gate. Wo dann wieder Unruhe entsteht , da unheimlich viele Leute ausgerufen werden – keiner weiß warum. Irgendwann werden auch wir ausgerufen – es gibt einen riesigen Stempel auf die Bordkarte mit der Gruppenbezeichnung. Es gibt vier Gruppen, die dann nacheinander zum Einsteigen aufgerufen werden. Es wird genau kontrolliert, dass jeder in der richtigen Gruppe einsteigt. Endlich sitzen wir in Flieger und mit etwas Verspätung starten wir Richtung Accra.

Aurevoir Togo

Dort steigen dann wesentlich mehr Leute ein und nach knapp 1,5 Stunden geht es weiter. Kurze Zeit nachdem wir gestartet sind wird es einige Reihen hinter uns sehr unruhig. Ein älterer Mann übergibt sich mehrmals und kurz danach wird nach einem Arzt ausgerufen. Die ganze Nacht herrscht hinter uns geschäftiges Treiben.

Es ist fast zwei Uhr bis das Essen kommt und vor allem dass es Wasser zu trinken gibt. Der Appetitt ist uns schon fast vergangen und nachdem wir einen Bissen probiert haben, hat sich das Essen erledigt. Es schmeckt miserabel. An Schlafen ist kaum zu denken. Rings um uns auch noch ein paar schreiende Kinder und so sind wir froh, als wir im Morgengrauen in Brüssel landen . Es ist schon hell, aber die Stadt liegt im Nebel. Alle müssen sitzen bleiben. Nach etwa 30 Min. kommt ein Sanitätstrupp und holt den erkrankten Mann aus dem Flieger. Erst danach dürfen wir aussteigen

Brüssel hat sich dem Kontrollwahn verschrieben … Covid – Einreiseformular, PCR Test, Reisepass und nochmal PCR Test, Koffer auf und nochmal PCR Test. Über zwei Stunden stehen wir in der Schlange – überall Schilder, dass man Abstand halten soll, dass ist aber gar nicht einzuhalten. An dem Schalter sind für etwa 500 Passagiere zwei Kontrolleure. Es zieht sich ewig hin und obwohl unser Flieger mit 30 Minuten Verspätung startet erreichen wir in gerade noch. Der Flug nach Frankfurt geht flott, doch können wir dann nicht aussteigen. Der Kapitän gibt durch, dass es keinen Fahrer für die Gangway gebe und wir deshalb warten müssen. Auch auf unser Gepäck müssen wir dann ewig warten. Wir fürchten schon es kommt nicht. Was uns in Frankfurt fehlt sind Kontrollen in Bezug auf Corona – kein Mensch wollte was von uns oder den anderen Passagieren.

Martin vom Waldstetter Reisebüro ist schon da um uns abzuholen und nun geht es flott nach Hause.

So jetzt ist er fertig, der Blog über unsere Reise. Dabei hatte ich mit einigen Hindernissen zu kämpfen. Sei es die Internetverbindung oder der Strom um die entsprechenden Gerätschaften mit Saft zu versorgen. Mal fehlte es am Licht, um überhaupt was zu sehen und nicht immer gab es einen Tisch … aber was wäre Afrika ohne Improvisation.

Wir waren eine super tolle, internationale Reisegruppe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es ist schön zu sehen wie unsere Projekte in Togo laufen und sich auch viele Togoer einsetzen und für die gemeinsame Sache engagieren. Ganz lieben Dank an alle die dabei waren und die Strapatzen auf sich genommen haben. Wir hatten ein wahres Mammutprogramm ,aber auch viel Spaß zusammen. So eine Reise funktioniert auch nur wenn die Teilnehmer tolerant und rücksichtsvoll sind und das hat wirklich wunderbar geklappt. Ich freu mich, wenn Ihr wieder mal mit uns nach Togo reist. Ganz besonderen Dank an Roman der ein super toller Dolmetscher war und immer dafür sorgte, dass alle verstanden um was es geht.

Sorry, dass es jetzt noch ein bisschen gedauert hat, bis ich die letzten zwei Tage eingestellt habe. In Togo hatten wir zeitweise kein Netz und nach unserer Rückkehr wurden wir als Oma und Opa an allen Fronten gebraucht …

Für die zu Hause gebliebenen hoffe ich, dass Euch der Blog gefällt und ihr so einen Einblick in die Projekte in Togo bekommen habt. Ja und vielleicht reist der oder die Eine oder Andere auch mal mit nach Togo. Was ber sicher erst nach der Coronapandemi zu empfehlen ist. Die bürokratischen Hürden vor der Einreise in Brüssel oder Paris und vor allem in Togo, sowie auch bei der Heimreise sind ganz schön nervend, aufwändig und nicht ganz billig.

Ich grüße Euch alle ganz herzlich und freue mich über den einen oder anderen Kommentar zum Blog.


4 Kommentare

Holger · 20. November 2021 um 13:05

Liebe Barbara, lieber Done,
Vielen Dank für den Blog und Euren phänomenalen Einsatz.
Es freut uns, dass wir ein kleiner Teil Eurer Projekte sein dürfen.
Liebe Grüße von den Afrikarädern aus Stuttgart

Hanne · 20. November 2021 um 18:09

Schön, dass ihr wieder gesund zuhause angekommen seid.
Hoffentlich könnt Ihr euch ein wenig ausruhen,
Liebe Grüße

Birgit · 20. November 2021 um 18:58

Liebe Bärbel,
CHAPEAU für deinen tollen Blog! 👌
Es war spannend, interessant und emotional über eure Projekte zu lesen.
Danke an dich und Done für euren engagierten Einsatz!
Liebe Grüße Birgit

Barbara Weber · 21. November 2021 um 11:59

Lieben Dank für Eure Kommentare. Wir sind gesund zu Hause. Corona hat uns im Griff. In Togo war das weit weg. Die Menschen halten sich vorwiegend im Freien auf und die Regeln waren im vergangenen Jahr sehr streng, sodaß es während unseres Aufenthalts in der großen Stadt Kpalime keinen einzigen Fall gab. Wir sind froh gesund zu Hause zu sein und danken allen, die uns und die Menschen in Togo unterstützen, denn alleine könnten wir das niemals bewältigen. Ein großes Agbekaka an Alle.

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