Samstag 13.11.2021 … Die Nacht im Hotel Robinson in Lome war wieder sehr entspannt. Das Zimmer klimatisiert und der Geräuschpegel sehr niedrig. Bereits um 7.00 Uhr sitzen wir beim Frühstück, denn spätestens um 8.00 Uhr müssen wir in Richtung Flughafen starten. Dort haben wir einen Termin für den geforderten Ausreise – PCR Test. Es ist wahnsinnig viel Verkehr in Lome und das ist eine wahre Herausforderung an unsere Fahrer. In Togo fahren alle kreuz und quer, überholen rechts oder links, fahren auch noch bei rot über die Ampel und auf einer zweispurigen Straße oft auch in drei Spuren.

Im alten Flughafen wurde ein Testzentrum eingerichtet, das komplett Coronaconform ist. Betreten nur mit Mundschutz und Händedesinfektion. In der früheren Wartehalle sind die Stühle immer mit Abstand aufgestellt. Am Eingang bekommt man eine Nummer, wir haben Nr. 84. Als wir in die Halle kommen wird an der Leuchttafel gerade die Nr. 60 aufgerufen. Es geht recht flott und wir kommen relativ bald dran.

Wir werden registriert und bekommen das Teströhrchen, mit dem wir in eine Kabine gehen, wo der Abstrich gemacht wird.

Seit unserer letzten Reise im Sommer hat sich das wesentlich verbessert. Im Juli sind wir 3 Stunden vor dem Hygiene Institut in der prallen Sonne gestanden. Wir bekommen eine Identifikationsnummer und müssen eine Telefonnummer angeben nach 36 Std. bekommen wir evtl. eine SMS mit dem Ergebnis und vor dem Abflug können wir dann das Testergebniss in Papierform abholen, weil wir das beim Einchecken und bei der Ankunft in Brüssel benötigen…. hoffen wir, das wir alle negativ sind …. denken wir mal positiv …

Nachdem Leon noch zwei kleinere Termine in der Stadt wahrgenommen hat geht es los in Richtung Agbetiko. Zunächst wieder durch das Verkehrschaos in Lome und dann über Land wieder über z.T. katastrophale Pisten.

Zunächst fahren wir noch einen Umweg über Alenou. Dort wurde vor kurzem mit dem Bau eines CEG (Realschule) begonnen. Vor Baubeginn haben die Frauen ca. 500 Tonnen Sand aus dem Mono zur Baustelle gebracht. Dabei haben sie den Sand, in großen Schüsseln auf dem Kopf ca. 2,5 km getragen. Außerdem tragen die Frauen auch das benötigte Wasser auf die Baustelle und befüllen das sogenannte Maurerbecken.

Eine wahre Glanzleistung der Frauen. In unseren Verträgen steht immer, dass die Bevölkerung, bei allen Bauten, Eigenleistungen in einer Höhe von 5% der Bausumme einbringen müssen.

Die Männer des Dorfes haben das komplette Fundament von Hand ausgegraben. Auch das ist eine gewaltige Leistung. Hier im Monotal ist es sehr heiß und wahnsinnig schwül.

Auf der Baustelle sind sind 5 Arbeiter und 5 Lehrlinge vom ABCN. Bei Baustellen, die weit enfernt von Kpalime liegen ist es so geregelt, das die Männer immer 14 Tage auf der Baustelle bleiben. Da arbeiten sie dann auch am Samstag und am Sonntag. Nach 14 Tagen werden sie ausgetauscht. Die Lehrlinge und Arbeiter bekommen eine kostenlose Unterkunft. Die Lehrlinge jeden Tag 1000,- Fcfa und die Arbeiter zu ihrem normalen Lohn zusätzlich 2000,- Fcfa. Daher sind die auswärtigen Einsätze für die Lehrlinge und die Arbeiter sehr lukrativ und beliebt.

Die im ABCN vorgefertigten Eisenteile werden auf der Baustelle fertig gestellt. Ebenso werden die Steine direkt auf der Baustelle hergestellt. Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit des Bautrupps

Für die 130 km von Lome bis Agbetiko benötigen wir über 2,5 Stunden. Wir fahren jetzt gleich noch die 14 km nach Aveve weiter, wo unser Hotel ist. Für die Strecke von 14 km benötigen wir fast eine Stunde … die Piste ist die absolute Krönung, des bisher erlebten.

Inzwischen haben wir schon blaue Flecken, so werden wir teilweise durchgeschüttelt. Es ist bereits Spätnachmittag, wir beziehen unsere Hotelzimmer.

Früher haben wir im Süden Togos immer im Hotel Millenium übernachtet. Im Laufe der Jahre wurde das Hotel jedoch immer schlechter. Leon hat dann nach einem anderen Hotel gesucht und ist in Aveve fündig geworden. Das Hotel war da ganz neu. Leider ist es in Togo aber so, dass die Hotels weder gepflegt, noch Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden. So auch hier. Im Sommer waren die Zimmer sehr schmuddelig und die Betten nicht mal frisch überzogen. Wieder hat sich Leon auf die Suche gemacht, doch leider ohne Erfolg. So ist er im Hotel Aveve vorbeigegangen und hat sich beschwert. Dadurch war es diesmal ganz ordentlich.

Nach einer kurzen Pause fahren wir wieder über die Katastrophenpiste nach Agbetiko. Dort werden wir von Victorin und ihrem Team sehr herzlich empfangen und vor allem von vielen Kindern aus dem Dorf. Immer wenn Victoria und Leon in Agbetiko sind bekommen sie am Abend ein warmes Essen. Es ist unbeschreiblich wenn man die hungrigen Kinder sieht, die zu Hause nicht genügend zu essen bekommen. Gespannt warten die vielen Kinder. Es stehen zwei Schüsseln mit Wasser zum Hände waschen bereit und nach einem gemeinsamen Gebet wird gegessen.

Auch wir werden mit einem tollen Essen verwöhnt und irgendwie bleibt dabei doch der richtige Genuss aus. Wenn man an die Kinder denkt, die sich vor einer Stunde über ihre Teller hergemacht haben und inzwischen in ihren Hütten hofentlich gut schlafen.

Nach dem Essen kommen die Frauen vom Palmölprojekt noch zu Besuch. Sie wollen sich bei uns bedanken und bringen kaltes Bier mit um mit uns auf unser aller Gesundheit und weitere gute Zusammenarbeit anzustoßen. Dabei laden sie uns für morgen ein, um ihre neuen Maschinen zu besichtigen.

Nach dem es bereits dunkel geworden ist treten wir wieder die Rückfahrt nach Aveve an. Da es am Nachmittag etwas geregnet hat und es jetzt stockfinster ist wird es keine ganz einfache Fahrt. Im Hotel wollen wir den Abend auf der Dachterrasse ausklingen lassen, doch die vielen Moskitos plagen uns ganz fürchterlich und so entschließen wir uns in die Kühle unserer Zimmer zu flüchten. Von der anstrengenden Fahrt und der wahnsinnigen Hitze sind wir eh ziemlich erledigt und gehen schlafen.


1 Kommentar

Uwe u Claudia · 20. November 2021 um 10:18

Immer wieder schön von Euren Hiefe f Togo – Reisen zu lesen

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