Freitag 12.11.2021 … heute heißt es früh auf stehen. Kurz vor 6 klingelt unser Wecker. Wir packen die Koffer und beladen das Auto. Nach einem letzten Frühstück im Macumba mit den herrlichen Früchten, die wir nächste Woche sicher vermissen, fahren wir nochmal kurz zum Kindergarten Nyiveme.

Wir haben einen großen Karton mit Spielsachen und einen ganzen Karton Tennisbälle. Die Freude bei den Kindern ist riesig. Die Erzieherinnen freuen sich mindestens genauso und bedanken sich wirklich sehr herzlich.

Sie sagen uns, dass sie sich sehr über Spielsachen, Buntstifte, Wachsmalstifte, Papier und Bastelmaterial freuen. Vor allem pädagogisch wertvolles Spielzeug steht in Togo so gut wie gar nicht zur Verfügung oder ist einfach viel zu teuer. Wir versprechen im nächsten Container wieder Sachen mit zu schicken.

Kurz nach 9.00 Uhr verabschieden wir uns und starten Richtung Notse. Die Fahrt dauert gut 2 Stunden. 42 km der Strecke liegt auf der Piste und wir werden mal wieder kräftig durchgeschüttelt. Links und rechts der Piste stehen viele ärmliche Hütten. Die Menschen hier leben wohl hauptsächlich von der Landwirtschaft und der Holzkohle Produktion, weil hier viel Fläche aufgeforstet wurde.

In Notse wurde ein Lycee (Gymnasium) gebaut. Finanziert wurd die Schule von Mitarbeitern des Landratsamtes vom Ostalbkreis. Viele Mitarbeiter haben dafür ihre Überstunden gespendet. Dabei kamen sage und schreibe, stolze 68.000,- Euro zusammen. Die Schule mit 4 Klassenräumen und einer WC Anlage hat 60.000,- Euro gekostet. Die restlichen 8000,- Euro wurden als Zuschuss für den Bau der Schneiderei verwendet, die wir im Juli an das Ausbildungszentrum ABCN übergeben haben.

Der Empfang an der Schule ist phänomenal. Selbst wir, die wir schon so oft in Togo waren sind absolut gerührt. Links und rechts der Zufahrt zur Schule stehen die Schüler und winken mit Fähnchen. Der absolute Hammer ist eine Bläser – Trommelgruppe. Sie spielen Musik, die Fähnchenschwinger singen und mit viel Hallo werden wir durch das Spalier zu unseren Plätzen begleitet.

Unheimlich viele Gäste ( Bürgermeister, Direktor der evang. Schulverwaltung, Schulinspektor der Stadt, Schulinspektor der Präfektur, Pfarrer der Stadt u. der Diözese, Elternvertreter, Eltern usw.) sind zu dem Festakt gekommen. Das Orchester spielt dann die deutsche und togoische Nationalhymne. Es ist richtig ergreifend.

Der Direktor hält eine sehr emmotionale Rede. Er sagt, dass es für ihn eine große Ehre ist uns im Namen aller Lehrer, Schüler und Eltern der evangelischen Schule begrüßen zu dürfen. Er heißt und ganz herzlich willkommen und hofft, dass wir uns wie zu Hause fühlen. Das Lycee wurde im September 2012 gegründet. Zuvor mussten die Schüler extrem weite Wege zu anderen Schulen zurücklegen. Er erläutert, dass es der Evangelisch – Presbyterianischen Kirche in Togo ein großes Anliegen ist, trotz der begrenzten Mittel den Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Bildung zu ermöglichen. Bei der Gründung waren es 2 Klassen mit wenigen Schülern. Inzwischen sind es 14 Klassen. Wenn die Einschränkungsmaßnahmen (Abstandsregeln) auf Grund von Covid 19 aufgehoben werden, kann die Schülerzahl noch erhöht werden. Der Zuwachs der Schüler war größer als zu Beginn erwartet. So mussten zu Beginn des Schuljahres 2018/19 Schüler in einem Behelfsgebäude untergebracht werden. Der Direktor sagt, sie hätten Schmerzenschreie ausgerufen und diese wurden in Deutschland erhört und es wurde ein schönes Gebäude mit 4 Klassenräumen erbaut. Natürlich komplett ausgestattet mit Schulbänken, Tische für die Lehrer und die Einrichtung für das Büro der Sekretärin und des Direktors. Außerdem wurde eine Latrine gebaut. In der Schule gab es bisher kein WC. Die Schule wurde nach Klaus Pavel benannt und alle danken ihm und allen Mitarbeitern des Ostalbkreises für dieses unschätzbare Juwel von großem Wert. Mit dem Gebäude wird die Leistungsfähigkeit der Lernenden erhöht und bietet hervorragende Bedingungen für Schüler und Lehrer. Die Ergebnisse bei den Abschlussprüfungen werden sich verbessern. Die Schule ist zu einer renommierten Bildungseinrichtung geworden und die Bevölkerung von Notse und die Evang. – Presbyterianische Kirche ist sehr stolz darauf. Auf Grund des neuen Gebäudes wurde die Schule zum regionalen Prüfungszentrum ernannt. Zu den Abschlußprüfungen kommen Schüler aus anderen Orten. Der Rektor meint, in diesen schönen Gebäude mit dem angenehmen Raumklima ist es besser Prüfungsarbeiten zu schreiben.

Mehrmals erwähnt er wie dankbar sie alle dem Präfekten Klaus Pavel und seinen Mitarbeitern sind. Möge Gott ihnen allen Gesundheit und ein langes Leben schenken. Zum Schluß sagt er, dass sie die Schule gut pflegen werden um die Partnerschaft zwischen Deutschland und Togo zu erhalten.

Leon bedankt sich in seiner Rede bei der Bevölkerung für die gute Mithilfe und bei Hilfe für Togo und allen Sponsoren in Deutschland. Er sagt wie wichtig die Bauten auch für das ABCN Ausbildungszentrum sind. Denn nur wenn genügend Aufträge vorhanden sind, können die Auszubildenden auch praktische Erfahrungen sammeln.

Done erklärt den anwesende Gästen wie die Finanzierung der Schule funktioniert hat. Die Beschäftigten des LRA Ostalb erhalten viel Beifall von den Anwesenden. In seiner Rede bedankt er sich für den außergewöhnlichen Empfang und das sehr schöne Programm, das von den Schülern und Lehrern zusammengestellt wurde und wünscht den Schülern viel Erfolg für ihre weitere Schulzeit.

Grußworte kommen noch von der Elternvertreterin, dem Vertreter der protestantischen Schulverwaltung und dem Präfekten. Alle sprechen wahre Lobeshymnen, bedanken sich sehr herzlich und bitten uns liebe Grüße an unseren Präfekten und seine Mitarbeiter auszurichten.

Ein Mädchen hält eine Rede in gutem Deutsch und bedankt sich im Namen ihrer Mitschüler für das wunderschöne Schulgebäude. Zwischen den einzelnen Reden tragen der Schulchor, zwei Tanzgruppen und das Schülerorchester zum Programm bei und wir sind wirklich sehr begeistert. Nach der Durchtrennung des Bandes können wir noch die Klassenzimmer besichtigen und werden zu einem kleinen Umtrunk eingeladen.

Zuvor werden wir noch reichlich beschenkt mit Kleid oder Hemd und afrikanischen Ketten. Für den Landrat bekommen wir extra ein Bild von der Schule, das er in seinem Büro aufhängen kann.

Auf dem weitläufigen Gelände wurden in den letzten Jahren schon fast 1000 Bäume gepflanzt. Zur Feier des Tages darf Done auch einen Baum pflanzen. Es ist ein Baum, der aus Senegal stammt und ein hartes Holz liefert, aus dem die Schulbänke hergestellt werden.

Wir überreichen noch Trikots von der SG Bettringen und da sind die Jungs der Fußballmannschaft total happy.

Bevor wir los fahren besichtigen wir noch das Behelfsgebäude, bei dem vor wenigen Tagen, bei einem großen Tropensturm ein Teil des Daches davon geflogen ist. Der Rektor fragt an, ob wir sie bei der Reparatur unterstützen können.

Bei der extremen Hitze sind wir froh, als wir ins klimatisierte Auto steigen und die Fahrt in Richtung Lome fortsetzen können. Leider müssen wir diesen Umweg fahren, da wir für unsere Heimreise einen PCR Test benötigen. Daher müssen wir heute nochmal in Lome übernachten. Die bürokratischen Hürden in Bezug auf die Coronaverordnung kosten uns vor der Einreise und vor der Heimreise Geld und Zeit. Das ganze hat heute einen Vorteil – wir können eine schönen Abend inkl.Sonnenuntergang am Meer verbringen.


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