Donnerstag 11.11.2021 … so langsam kommen wir schon auf die Zielgerade. Heute ist schon unser letzter Tag in Kpalime. Schon während dem Frühstück diskutieren wir über die einzelnen Baumaßnahmen im kommenden Jahr und vor allem über die gestiegenen Preise, der dafür notwendigen Materialien. Leon macht den Vorschlag, dass wir nach dem Frühstück zu einem Baustoffhändler fahren. Vor allem weil er uns auch zeigen will, wie schlecht die Qualität der verschiedenen Materialien ist.

Zuvor treffen wir uns noch mit Arafat um über einige Dinge zu diskutieren. Arafat ist Bauingenieur und erarbeitet Kostenvoranschläge und betreibt die Bauaufsicht bei allen unseren Bauten. Zunächst sprechen wir aber über das Schulbankprojekt, das Arafat vor Ort organisiert. In letzter Zeit waren die Fotos nicht immer zu unserer, und vor allem zur Zufriedenheit der Schulbankspender. Ich hab für Arafat ein Musterbild mitgebracht und wir erklären ihm worauf er beim fotografieren achten muss. Außerdem bitten wir ihn, dass er die Fotos in Zukunft per Mail und nicht per Whats App schickt, weil so die Qualität wesentlich besser ist. Wir sind uns sicher, dass das klappen wird. Auch in allen anderen Punkten gibt es keine Problem. Wir sind mit der Arbeit von Arafat sehr zufrieden.

Bei dem Baustoffhändler gibt es fast alles, was man an Material für die Baustellen braucht. Die Qualität der Materialien ist meist sehr schlecht. Fast alles kommt aus China. Nach dem die Preise für Stahl gestiegen sind, wurde aus dem 8er Stahl ein 7er Stahl und der Querschnitt der Metallrohre wurden um 30% verdünnt. Wenn man nach den normalen Berechnungen der Baustatik arbeitet, verteuert sich ein Projekt um mindestens 20 %. Wir arbeiten bei unseren Projekten mit den berechneten Materialien. Bei unserer Diskussion waren wir uns einig, dass wir bestimmte Materialien und Gerätschaften wie z.B. Solarpumpe, Module, Wasserleitungen, Elektrokabel usw. weiterhin in Deutschland einkaufen und mit dem Container nach Togo schicken, um die Nachhaltigkeit zu sichern.

Am Nachmittag sind wir in Lacponou, einem kleinen, sehr armen Dorf ca. 30 km südlich von Kpalime. Eine Familie aus Aalen hat dort ein Schulgebäude mit 2 Klassenzimmern finanziert. Vor vielen Jahren haben sie auch schon einen Brunnen in Lacponou finanziert. Auf dem Platz vor der Schule werden mit viel TamTam emfangen. Die Schulkinder haben eine Trommelgruppe, eine Tanzgruppe und einen Chor und bieten uns ein schönes Programm. Insgesamt 380 Kinder werden an der Schule unterrichtet. Davon sind 77 Kinder in dem neuen Gebäude untergebracht. Für weitere 23 Kinder ist noch Patz in dem Gebäude. Die Freude bei Lehrern, Eltern und vor allem bei den Kindern ist riesig.

Gefühlt wird uns das ganze Dorf persönlich vorgestellt. Grußworte gibt es vom Präfekten der Agou Region, dem Bürgermeister, dem traditionellen Dorfchef und dem Rektor der Schule. Alle bedanken sich für das wunderschöne Bauwerk. Ein Schüler bedankt sich im Namen seiner Mitschüler bei der Familie im fernen Deutschland. Done bedankt sich bei Leon für die gute Arbeit an dem Bauwerk und bei den Dorfbewohnern für ihre Mithilfe. Den Kindern wünscht er alles Gute und vor allem gute Lernerfolge.

Nach der Durchtrennung des Bandes haben wir nochmal die Gelegenheit das Gebäude innen zu besichtigen. Wir waren ja schon an unserem ersten Tag in Togo dort. Im Anschluß werden wir noch zum Essen eingeladen…. richtig afrikanisch und traditionell ohne Besteck … FuFu mit sehr scharfer Soße und irgend einem undefinierbarem Fleisch, auf das wir dann aber verzichten – FuFu und Soße schmecken aber sehr lecker.

Inzwischen wird es schon langsam dunkel und man sieht, das ein Gewitter aufzieht. Daher entschließen wir uns auf zu brechen, was sich auch als sinnvoll erwiesen hat. Nach etwa der halben Strecke kommt es zu einem gewaltigen Gewitter. Es regnet so stark, dass wir zwischendurch sogar anhalten müssen. Die Straße hat sich zu einem See verwandelt und man sieht nicht mehr wo die Löcher sind und wo man Fahren kann. Wir haben so ein Gewitter noch nie erlebt und daher geht es langsam vorran. Wir bedauern die vielen Menschen, die zu Fuß auf dem Heimweg sind und irgendwo ungeschützt unterwegs sind.

Bei unserer Rückkehr warten schon die beiden Verantwortlichen von Apidil auf uns. Sie betreuen alle Projekte, bei denen wir Fördergelder vom BMZ bekommen und sind für uns schon lange Jahre gute Berater. Wir besprechen nochmal die abgeschlossenen Projekte und beraten auch über zukünftige Baumaßnahmen.

Da es inzwischen schon fast 20.00 Uhr ist treffen wir uns dann mit Leon, Victorin und Amelie zum Abendessen im Macumba.

Danach fahren wir gleich in’s Hotel, da wir ja noch unsere Koffer packen müssen.


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