Dienstag 22.11.2022 – super pünktlich wollen wir um 7.00 Uhr abfahren – doch es gibt Probleme – Da wir eine relativ große Gruppe sind, hat Leon 2 Autos gemietet. Mit dem Fahrer des kleinen Buses gibt es von Anfang an Probleme. Er beklagt sich über zu wenig Lohn. Dieser wurde wie üblich von Leon mit dem Chef des Unternehmens ausgehandelt …. jetzt hat Leon genug und hat schon am frühen Morgen den Unternehmer angerufen. Mitten auf der Strecke kommt uns ein anderer Bus entgegen und auf der Piste müssen die Koffer umgeladen werden, wobei es unter den Fahren zu einer handfesten Auseinandersetzung kommt. Wir sind froh, als es weitergeht. Nach einem letzten Frühstück in Agbetiko geht es gleich weiter in Richtung Gabadjin Kondji, wo von den Lions Aalen und Sierning/Österreich in den letzten Jahren eine Schule mit Kindergarten, ein Dispensaire, ein Wasserprojekt mit Wasserturm und 2 weiteren Wasserstellen, sowie eine Latrinenanlage finanziert wurde.

Wie an allen Schulen werden wir von den Kindern mit viel Hallo und Tamtam empfangen. Im Kindergarten singen und tanzen die Kinder für uns und es gibt einige der Kleinen, die sich vor den Jovos, wie die Weißen genannt werden, fürchten.

Als wir im Herbst hier waren, gab es Probleme mit der Wasserversorgung. Eine der Leitungen zu einer Wasserstelle war defekt und die Frauen mussten das Wasser direkt am Turm holen. Von unserem Vorsitzenden Anton Weber und Leon Djiussou gab es da eine ordentliche Pfeife an die Verantwortlichen des Dorfes. Da wir ja festgelegt haben, wenn es Probleme gibt, müssen sie sich bei Leon melden. Da die Männer das Geld für eine Reparatur nicht aufbringen wollten, haben sie einfach nichts gemacht, bzw. selbst versucht den Schaden zu beheben, was aber ohne Erolg war.. Inzwischen wurde der Schaden in Zusammenarbeit mit dem ABCN behoben.

In einer Diskussionsrunde werden verschiedene Probleme des Dorfes besprochen. Die Schulgebäude und der Kindergarten sind ausgelastet. Es besteht der Wunsch nach einem weiteren Gebäude.

Im Moment werden wir dem Wunsch nicht nachkommen. Das Eigenengagement der Dorfbevölkerung läßt zu wünschen übrig und zunächst müssen sie die Kosten für die Reparatur an der Wasserleitung begleichen, die zum Teil auch durch unsachgemäße Reperaturmaßnahmen von den Leuten im Dorf entstanden sind. Da die vor uns liegende Strecke sehr anstrengend zu fahren ist wollen wir uns zeitig verabschieden. Jedoch mit dem Versprechen, im kommenden Jahr wieder vorbei zu schauen.Über eine recht holprige Piste geht es weiter nach Notze.

Dort wurde eine Schule von den Mitarbeitern des Landratsamtes Ostalbkreis finanziert. Über 1250 Schüler werden inzwischen an dem Gymnasium unterrichtet. Die Anfragen sind sehr hoch. Auch wegen Corona wollen sie nicht noch mehr in den eigentlich schon voll besetzten Klassenräumen unterbringen.

Vom Rektor des evangelischen Schulzentrums, seinem Kollegium und über tausend Schülern werden wir empfangen. Der Schulchor singt für uns ein Halleluija, was sehr berührend ist.

In seiner Begrüßungsrede heißt uns der Direktor von Herzen willkommen und man spürt die Dankbarkeit und Freude. Er bekräftigt mehrmals wie wichtig die Schule und das von uns erbaute Gebäude für die Region ist. Vor zwei Jahren noch gab es hier nur baufällige Baracken und kein WC für Schüler und Personal. Die Situation hat sich durch den Bau der vier Klassenzimmer verbessert. Es werden aber noch immer der größte Teil der Kinder in baufälligen Gebäuden unterrichtet.Schon bei unserem ersten Besuch waren wir sehr beeindruckt von dem Konzept an der Schule. Es wird sehr viel Wert auf Umweltthemen gelegt, was z.B. auch daran zu sehen ist das kaum Müll herum liegt oder das um die Schule viele Bäume gepflanzt wurden, die auch von den Schülern gepflegt werden. Da es leider öfters vorkommt, dass junge Schülerinnen schwanger werden, hat der Rektor organisiert, dass die Kinder der Mädchen in dem benachbarten Kindergarten betreut werden, damit sie ihren Schulabschluß machen können.

Bei der Führung durch die einzelnen Klassenzimmer singen uns alle Schüler etwas vor und es ist sehr gut zu spüren, dass in der Schule eine sehr gute Atmosphäre herrscht. Die Lehrer berichten, dass sich die Leistungen der Schüler in den neuen Räumen verbessert haben.

Zur Freude aller kann Anton Weber bekannt geben, das wir schon eine beträchtliche Summe für den Bau eines zweiten Schulgebäudes beieinander haben und dass im Laufe des nächsten Jahres mit dem Bau von weiteren 4 Klassenräumen begonnen werden soll.

Außerdem soll auf Grund der hohen Schülerzahlen die WC Anlage erweitert werden. Bei dieser Nachricht kommt es zu großen Jubel – und Dankesrufen.

Die Zeit schreitet voran, es ist wahnsinnig heiß und wir haben noch 70 km Piste vor uns – also wird es Zeit unsere Reise fort zu setzen. Leon drängt, damit wir vor Einbruch der Dunkelheit in Kpalime sind.

Als wir in Kpalime ankommen sehen wir warum er so gedrängt hat …. auch nach 30 Jahren Togo gibt es immer noch Überraschungen.

Alle 130 Azubis, alle Mitarbeiter und viele Kinder stehen links und rechts der Straße in Richtung ABCN. Mit einem riesigen Tamtam der Trommelgruppen, Gesang und Konfettieregen werden wir empfangen.

Ein Hochradfahrer führt seine Künste vor (das Rad stammt aus dem Container), 3 Rollerskaetfahrer in voller Montour wie Helm, Knieschoner usw. (ebenfalls aus dem Container) präsentieren auf der Holperpiste ihr Künste…..Auf einer Strecke von gut 300 Metern gehen wir durch das Spalier der vielen Menschen, die uns zu jubeln. Wir sind überwältigt und ehrlich gesagt ich war den Tränen nahe, bei so einem Empfang….

Nach einem kurzen Stopp im Macumba mit vielen Umarmungen und kühlen Getränken fahren wir ins Hotel Orchidee. Ein kleines aber sehr schönes Hotel nur 2 Fußminuten vom ABCN entfernt. Dort haben wir schon einige Male übernachtet. Es liegt mitten in einem kleinen Wäldchen aus blühenden Bäumen und Bananen, sehr ruhig und sehr sauber. Nach dem die Zimmer verteilt sind und alle geduscht haben gehen wir gemeinsam zurück zum Macumba, wo wir schon zum Abendessen erwartet werden. Wir genießen den Abend und sind froh die heutigen Strapazen der doch recht anstrengenden Fahrt hinter uns zu haben. Nicht allzu spät beschließen wir ins Hotel zurück zu gehen, denn morgen erwartet uns erneut ein straffes Programm – bis dahin gute Nacht und viel Spaß beim lesen.


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