Eigentlich sind wir ja schon seit Samstagabend in Togo – doch wie es halt manchmal so ist… bisher fand sich keine Zeit zum schreiben ( außer den kurzen Zusammenfassungen in meinem Schulheft), wir hatten kein Internet, kein Netz, keinen Strom und so beginne ich erst heute mit meinem Blog. Da ich weiß, dass einige brennend darauf warten, was in Togo los ist und was wir alles machen werde ich wieder jeden Tag berichten und jetzt beim 1. Tag der Reise beginnen und fortlaufend berichten sowie es die Zeit und die Gegebenheiten erlauben.

Diesmal hatten wir schon vor Antritt der Reise ganz schön viel Stress, denn das Antragsverfahren für ein Einreisevisa nach Togo hat sich maßgeblich geändert…. und wie immer wenn etwas vereinfacht werden soll, ist es dann doch viel aufwändiger. Das Visa muss von jedem Reiseteilnehmer online in einem komplizierten Verfahren beantragt werden. Das kann 1 Woche bis zu vier Wochen dauern, bis man dann das Visa erhält. Was dann letztendlich nach einigem hin und her auch geklappt hat. Natürlich haben sich auch die Kosten geändert und sind jetzt doppelt so hoch wie noch im März.

Von den geplanten 17 Reiseteilnehmern konnten dann kurzfristig leider 2 Personen aus gesundheitlichen Gründen nicht mitreisen – Corona läßt grüßen.

Zusätzlich zu den Reisevorbereitungen hab ich mich mit meinen treuen Containerhelfern noch zu vielen Vorbereitungen für unseren 58. Hilfscontainer getroffen – der wird nämlich wenige Tage nach unserer Rückkehr beladen und auf die Reise geschickt. Also musste alles schon gut vorbereitet werden.

Samstag 19.11. 2022 – Endlich es geht los … pünktlich morgens um 4.00 Uhr werden wir wie immer von Martin Beck abgeholt. Außer Done u.mir ist Valentina Köhler auf den Schlatthof gekommen. Janny u. Edith Bader steigen in Waldstetten zu. Flott und ohne Nebel, Glatteis oder Schnee ( wir haben ja immerhin schon November) geht es nach Stuttgart. Dort werden wir schon von unseren Teilnehmern Gisela u. Thomas Kratky, Heike u. Holger Held, Karl Heinz Ehrmann und Paul Kurz aus Aalen erwartet. Obwohl wir schon zu Hause eingecheckt haben dauert alles ewig und es haben sich endlose Schlangen gebildet. Auch bei der Gepäckkontrolle geht es sehr schleppend vorran und so fliegen wir verspätet ab und kommen natürlich in Paris auch später an, wo dann das Chaos erst richtig beginnt. Von dort wo wir ankommen müssen wir mit dem Bus zu einem anderen Gate fahren, durch endlose Schlangen gehn und mit einem weiteren Bus zum nächsten Geat. Alles dauert ewig – angeblich fehlen Fahrer für die Busse. Bei den Kontrollen ist das Personal genervt und unfreundlich – alle hängen ständig am Telefon – nachher erfahren wir, dass das Computersystem ausgefallen ist. Sozusagen auf den letzten Drücker erreichen wir den Flieger – wir sind fast die letzten und werden empfangen – beeilen Sie sich bitte wir sind viel zu spät drann – um dann im Flieger zu sitzen und fast eine Stunde auf den Abflug zu warten. Im Flugzeug sitzen bereits zwei weitere Reiseteilnehmer – Lotte u. Hubert Gärtner aus Sierning in Österreich. Der Flug ist dann sehr angenehm und wir haben auch noch sehr gute Sicht. Das Personal ist sehr freundlich und der Service so gut wie schon lange nicht mehr. Zunächst geht es über die Pyrenäen in Richtung Mittelmeer, entlang der spanischen Küste und über den Westzipfel von Mallorca.

Über Afrika ist dann außer Wolken nichts mehr zu sehen, dafür gibt es dann ab und zu auch Turbulenzen zu spüren. In Niamey der Hauptstadt von Niger gibt es noch eine Zwischenlandung, bei der die meisten Gäste aussteigen. Hier ist es noch hell und vor allem diejenigen, die das erste mal in Afrika sind, bekommen einen Eindruck von der Trockenheit in Afrika. Quer durch Niamey fliest der Fluss Niger, der vom Flugzeug aus gut zu sehen ist.

Nach etwas mehr als 1 Stunde Aufenthalt geht es wieder in die Luft. Normalerweise dauert der Flug dann noch knapp 1 Stunde. Am Monitor können wir dann sehen, das das Flugzeug langsam in die Tiefe geht aber dann kurz vor der Landung wieder Gas gibt und aufsteigt. Wir spüren Turbulenzen und verfolgen am Monitor wie das Flugzeug 9 x eine Runde von je knapp 10 Minuten über Togo fliegt. Es kommt eine Durchsage, das wir wegen Problemen auf der Landebahn nicht runter können. Als wir endlich landen sehen wir dass es ein sehr starkes Gewitter gibt. Unsere beiden letzten Mitreisenden Roman Ebneter aus der Schweiz u. Michael v.Hassel aus München kommen mit der Belgien Airlins aus Brüssel und sind über Gahna sogar in ein Luftloch gefallen, wobei sie kräftig durchgeschüttelt wurden. Alle sind wir froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und wir freuen uns schon auf ein kühles Getränk im Hotel – doch darauf mussten wir noch eine ganze Weile warten. Die Einreiseformalitäten gestalteten sich wirklich schwierig – selbst nach 30 Jahren Togo gibt es immer wieder Überraschungen. Mit dem neuen Visaverfahren sind wohl nicht nur wir die Antragsteller, sondern vor allem auch die Mitarbeiter an der Passkontolle stark überfordert…..

Weit über eine Stunde dauert es bis alle ihren Visakleber im Pass haben, der Corona QR-Code geprüft ist und wir unser Gepäck haben. Vor dem Flugghafengebäude werden wir von Victorin empfangen. Leon holt Roman u. Michael ab, die etwas später als wir ankommen. Es regnet immer noch kräftig und es ist wahnsinnig schwül und warm. Etwas schwierig gestaltet es sich bis das Gepäck von 15 Personen verstaut ist und alle einen Platz in den Autos finden – Afrika life – können wir in vollen Zügen genießen. Auch weil wir wie die Ölsardinen in der Dose in die Autos gequetscht sind und weil die Fahrer den Weg ins Hotel nicht kennen und sich mehrmals verfahren – so bekommen wir gleich zu Beginn eine gratis Stadtrundfahrt „Lome bei Nacht“…. somit ist es dann schon ganz schön spät, bis wir im Hotel ankommen, die Zimmer verteilt werden und wir gemütlich am Tisch sitzen können….. und zum Schluß wird alles gut … es gibt ein herrliches Abendessen mit Brochetten, Reis, Pommes und Gemüse und natürlich kühle Getränke. Bei angenehmen Gesprächen lassen wir den Tag ausklingen und Done gibt die ersten Infos für unseren morgigen Reisetag, bevor alle erschöpft, aber zufrieden in ihre Betten fallen.

…. so das war’s mal für den Anfang … ich melde mich sobald wie möglich wieder und grüße Euch alle aus dem sehr heißen und schwülen Togo .


4 Kommentare

Markus Weber · 23. November 2022 um 20:03

Viele Grüße an alle und viel Erfolg für die Projekte!

    Inge Heinzmann · 23. November 2022 um 20:22

    Liebe Barbara und Anton, nur gut,dass alle Mitreisende wohlbehalten, nach dieser aufregenden sowie anstrengenden Anreise, angekommen sind. Wünsche euch eine gute und nicht zu heiße Zeit. Hoffentlich trefft ihr eure Projekte in gutem und erfolgreichen Zustand an. Ein gutes Miteinander mit euren Mitreisenden. Wir hatten heute einen trockenen und sonnigen Herbsttag. Grüße

Monika Holveck · 24. November 2022 um 22:46

Hallo Barbara, ja wir verfolgten in Lomé am Flughafen die Verspätung eurer Maschine. Das Gewitter und Regen waren sehr heftig. Ich bin nach dreieinhalb Wochen Togo nach Hause geflogen. Außer in Kpalime hatten wir keinen Regen. Wir haben 2 große Schulen gebaut und diese eingeweiht.Daneben viele Kleinprojekte organisiert. Ich wünsche euch viel Erfolg und kommt gesund zurück. LG Monika

    Deborah Siller · 25. November 2022 um 7:30

    Wow, was für ein Ritt nach Togo. Ich bin schon angespannt nur vom Lesen😅 Liebe Grüße an alle und ganz besonders an Thomas und Gisela. Vielleicht erinnern sie sich, 2013 war ich mit ihnen in Togo… Danke Barbara, dass Du wieder so eindrücklich für uns schreibst…wäre gerne dabei 😘

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