Donnerstag 16. März 2023 … es hätte so eine schöne Nacht sein können … ein schönes Hotel, sauberes Zimmer mit Klimaanlage – doch gleich nachdem wir ins Bett gingen, gab diese den Geist auf !!

… und das bei noch 31 Grad um 23.00 Uhr….. im Zimmer war es gnadenlos heiß, das Fenster klemmte und konnte nicht geöffnet werden und so haben wir sehr schlecht geschlafen.

Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir um 9.30 Uhr ein Treffen mit Felix Magnangou und drei der ehemaligen Apprentis aus der Region Kara. Clarissa lernte Schneiderin, Bernhard ist Schreiner und Paul KFZ Mechaniker. Die drei waren zusammen mit Justine, die Schneiderin gelernt hat, die ersten Auszubildenden im ABCN aus der Region Kara und haben ihre dreijährige Ausbildung im November abgeschlossen. Justine ist jetzt in Lome. Die anderen drei sind im Moment als Praktikanten in Betrieben in Kara, um ihre Kenntnisse zu verbessern. Sie erhalten dort wie in Togo üblich so gut wie keinen Lohn, was die drei sehr unzufrieden macht und auf Dauer auch nicht tragbar ist. Schon im November haben wir darüber gesprochen, dass sie sich gerne gemeinsam selbstständig machen möchten. Auch wir von Hilfe für Togo machen uns ja schon lange Gedanken wie wir uns in der Region Kara im Bereich Ausbildung engagieren können. In dem Zusammenhang erwähnt Leon, dass die drei erfahren haben wie wertvoll es für junge Menschen ist wenn sie Unterstützung von außen erfahren und bedankt sich für das Engagement, das die Apprentis schon während ihrer Ausbildung im ABCN gezeigt haben.

Sie haben sich in letzter Zeit schon verstärkt Gedanken gemacht, wie sie ihre Idee umsetzen können und sind auf der Suche nach einem Gelände bzw. Gebäude, dass sie mieten können. Für den Anfang wollen sie noch nichts kaufen und erst mal austesten wie es funktioniert und wie sie miteinander klar kommen. Sie denken, dass es gut ist die Sache gemeinsam anzugehen, so könnten sie Geld sparen, weil sie z.B. nur eine Gelände brauchen. Nach ausgedehnten Gesprächen wird vereinbart, dass die drei ein Schreiben erstellen, indem sie ihre Vorstellungen ausführlich darstellen. Dabei sollen sie auch aufführen, was sie von uns erwarten z.B. ob sie Werkzeug, Maschinen oder einen Kredit brauchen. Im November soll dann die weitere Vorgehensweise besprochen werden und alles sind sich einig, die drei zu unterstützen. Vor allen auch in formellen Angelegenheiten wie z.B. Gewerbeanmeldung. Es ist sehr wichtig, dass Absprachen mit den örtlichen Administrationen eingehalten werden. Da Felix Magnangou früher Rektor an einer Schule war hat er viele Kontakte zu den Verwaltungen und ist gerne bereit die drei zu unterstützen. Alle sind sich einig, dass man alles gut planen und vorbereiten muß um ein scheitern zu verhindern.

Nach über zwei Stunden verabschieden wir uns und starten in Richtung Atakpame. Es wird wieder eine anstrengende Fahrt, denn es liegen faßt 260 km vor uns, die wir in gut 5 Stunden bewältigen. Auf der Strecke gibt es unheimlich viel spannendes zu sehen. Reges Leben herrscht auf den Straßen, hunderte von Schülern sind auf dem Schulweg und überall werden am Straßenrand Früchte, Holz und vieles mehr verkauft.

Noch nie haben wir so viele Kohlemeiler wie dieses Mal gesehen und überall stehen z.T. 100 große Säcke mit Holzkohle, die von Lastwagen nach Lome transportiert werden. Es stimmt uns sehr bedenklich, denn überall wo Holzkohle entsteht wird zuvor abgeholzt und wir sehen sehr viel abgeholzte Fläche. Allerdings ist uns auch klar, dass die Menschen in Togo faßt keine andere Möglichkeit haben. Wegen der extrem gestiegenen Gaspreise sind sehr viele beim Kochen auf Holzkohle umgestiegen.

Wieder sind viele LKW’s unterwegs und dazu ist es gnadenlos heiß.

Wir sind froh, dass wir trotz der kleinen Gruppe einen Bus zur Verfügung haben. In Atakpame haben wir einen kurzen Stopp im Regionalbüro des Ministeriums für Planung und Entwicklung. Der Leiter ist für 12 Prefäkturen in der Region zuständig. Wir klären ab, wann wir ihn morgen abholen werden um ihn mit nach Fangnedihoe zu nehmen. Als wir im Hotel ankommen sind wir froh, dass wir die Fahrt hinter uns haben. Birgit und Stephan machen mit dem Fahrer noch einen Ausflug auf den Markt und um 19.00 Uhr treffen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Dabei genießen wir einen herrlichen Fisch aus dem Mono. Wir diskutieren noch eine ganze Weile und bereiten die Ansprachen für den morgigen Tag vor….. es wird wieder spannend werden.

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2 Kommentare

Franz Xaver Wiedemann · 18. März 2023 um 18:13

Es wäre für sie AzuBi interessant, sich über das Qualifikationsprogramm, welches die giz aufgestellt hat, zu informieren. Auch die HwK, welche auch von der HwK Köln unterstützt wird, hat dazu einige gute Infos.

    Barbara Weber · 20. März 2023 um 11:12

    Vielen Dank für den Tipp. Ich werde mich darum kümmern.

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