Nach einer angenehmen Nacht und einen herrlichen Frühstück im Hotel Robinson Plage starten wir bereits kurz vor acht Uhr in Richtung Innenstadt von Lome. Dort haben wir im Nationalen Institut für Hygiene den Termin für einen PCR Test. Ohne diesen Test nimmt uns die Aire France nicht mit. Wie schon bei den Reisevorbereitungen zu Hause sehr kompliziert und umständlich.

Vor unserer Reise mussten wir ein Online – Formular ausfüllen, das sehr umfangreich war. Es musste nach Togo geschickt werden und wir mussten 100,- Euro pro Person überweisen. Pro Person dauerte das knapp eine Stunde, weil zwischendurch das Netz überlastet war oder die Verbindung abgebrochen ist. Der Fragebogen war sehr umfangreich, so mussten wir z.B. neben vielen Informationen auch Vor- und Zuname, Geburtstag, Sterbetag und Berufe unserer Eltern angeben. Sechs Tage vor der Abreise mußten wir einen PCR -Test machen. In Togo am Flughafen mußte wieder ein PCR -Test gemacht werden und jeder mußte eine togoische Telefonkarte erwerben und installieren, damit wir immer erreichbar sind. Auch heute mußten wir alle Unterlagen von der Einreise + Impfpass und Reisepass vorlegen. Wir waren zeitig am Institut. Vor uns waren schon einige Leute und viele kamen nach uns. Alle mussten im Freien warten. Viele Stühle waren mit viel Abstand aufgestellt. Leon hat uns mit allen Papieren angemeldet, jeder bekam eine Nummer, die dann kurz darauf aufgerufen wurden. Wir hatten die Nummern 12 – 15. Einzeln wurden wir in eine der zwei Testkabinen gerufen. Nochmal wurden die Unterlagen geprüft. Name, Beruf, Handynummer und die Adresse des Hotels wurde notiert und dann wurde der Test gemacht. Alles lief ziemlich professionell ab. Ab morgen nachmittag können wir das Ergebniss abholen. Wir werden das aber erst am Montag erledigen, da wir sonst nochmal extra die zweistündige Strecke,nach Lome fahren müssen. Nach gut 1 1/2 Stunden ist alles erledigt.

Mit diesen Unterlagen können wir das Testergebniss abholen.

Jetzt fahren wir weiter zur DHL Station. Leon wurde angerufen, daß die Zollpapiere für die beiden Container aus Deutschland angekommen sind. Alles wunderbar. Nächste Woche und übernächste Woche kommen die beiden Container in Lome an.

Nun ist alles erledigt und wir starten in Richtung Agbetiko. Zunächst über eine relativ gute Straße und dann ging es auf die Piste….holperdipolter wurden wir wieder mal kräftig durchgeschüttelt und auf den Straßen ist wieder einiges los.

Landschaftlich ist es eine schöne Gegend – viel grün und viel Landwirtschaft. Die Region Mono ist sehr fruchtbar. Allerdings haben die Menschen auch oft mit Hochwasser zu kämpfen und schon oft wurde die Region kurz vor der Ernte überschwemmt.

Nach knapp zwei Stunden waren wir in Avagnion, wo wir uns kurz ein kühles Getränk gönnten. In Togo gibt es ein neues Bier, dass nach deutscher Tradition nur mit Wasser, Hopfen und Malz gebraut wird.

Unser nächstes Ziel liegt im Grenzbereich zu Benin. Der Prefäkt fährt in seinem Dienstauto mit Soldaten vorraus. Wegen der Militärbegleitung wurden wir nicht kontrolliert sondern nur durchgewunken. Leon meinte es ist wichtig das die Kontrollstelle über den Bau in Alenou informiert ist. Dann werden die Arbeiter und die Lastwagen mit den Baumaterialien auch immer durchgewunken und nicht ständig kontrolliert.

In Alenou haben wir für Herbst den Bau eines College (Realschule) geplant. Die bisherige Schule besteht aus einem Lehmbau mit 4 Klassenzimmern, ein einfaches Apatam, das als Lehrerzimmer genutzt wird und einem kleinen Lehmhaus, das als Lernmittellager dient

Die Klassenzimmer sind mit Schilfmatten voneinander abgetrennt, haben einen Lehmboden kaputte Blechdächer und alte wackelige Bänke.

Es gibt keine WC und kein fließendes Wasser. Das Wasser wird von einem ca. 500 Meter entfernt liegenden Tümpel geholt. Wir waren geschockt, als wir das Wasser gesehen haben. Im Wasser sehen wir viele Insekten und schwimmende Würmer. Direkt am Rand des Tümpels liegen viele Kuhfladen, Schaf- und Ziegendreck….und dieses Wasser dient für viele als Trinkwasser. Wir wundern uns nicht, daß die Menschen und vor allem die Kinder sehr oft krank sind.

Auf dem Schulhof steht zwar eine Händewaschstation…aber in der ist dann auch die schmutzige Brühe aus dem Tümpel.

In der Schule werden 365 SchülerInnen von sechs Lehrern unterrichtet. Etwa ein drittel sind Mädchen. Leider ist es hier auf dem Land ( im Gegensatz zu den Städten) so, daß der Anteil der Mädchen in den höheren Klassen immer geringer wird.

Für unseren Besuch sind der Prefäkt, der Kantonchef, der Dorfchef, die Lehrer, die Elternvertreter und viele Schüler gekommen um uns zu begrüßen und um mit uns über den Schulbau zu diskutieren.

Der Prefäkt und der Direktor der Schule versichern uns, daß sie alles daransetzen werden, daß die Bevölkerung ihren Anteil der Finanzierung in Form von Arbeitsleistungen einbringen wird. Wir besichtigen, den Platz auf dem gebaut werden soll. Dort haben die Dorfbewohner schon begonnen Sand vom Mono heranzuschaffen. Das muss nämlich in der Trockenzeit gemacht werden, denn in der Regenzeit ist der Wasserstand am Mono zu hoch.

Anschließend fahren wir weiter nach Agbetiko zum Haus von Leon und Victorin. Die Strecke ist auch wieder ganz schön anstrengend, da es viele Löcher in den Straßen gibt und die Piste durch den Regen teilweise sehr rutschig ist.

Victorin und ihr Team sind schon mitten in den Vorbereitungen für das Abendessen wie immer werden wir sehr frudig begrüßt und erfahren eine herzliche Gastfreundschaft.

Es gibt ein richtig leckeres afrikanisches Abendessen, das wir nach dem anstrengenden Tag genießen.

Danach brechen wir auf in Richtung Hotel, damit wir dort, auf der schlechten Straße, noch vor der Dunkelheit ankommen. Im Hotel in Avenou werden wir freudig erwartet, denn alle kennen uns schon lange. Da Coronabedingt zur Zeit kaum Gäste kommen, freuen sich die Bediensteten natürlich sehr wenn mal wieder jemand kommt. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen, und geduscht haben, lassen wir den Tag auf der schönen Dachterasse ausklingen. Heute sind wir ja die meiste Zeit im Auto gesessen und trotzdem haben wir wieder viel erlebt. Eigentlich wollte ich den Bericht weiter schreiben. Wir wollten ein paar wichtige Telefonate erledigen…. doch heute geht gar nix … kein Internet, kein Whats app…. Afrika pur….


1 Kommentar

walter · 13. Juli 2021 um 10:43

‚wünsche euch eine gute heimreise….bis bald

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