Freitag 9. Juli ….. Heute mussten wir bald aufstehen, denn wir verlassen Kpalime und gestern Abend hatten wir nach dem Fest im ABCN keine Lust mehr zum Koffer packen. Beim letzten Frühstück im Macumba herrscht Abschiedsstimmung. Doch noch einmal genießen wir die herrlichen, frischen Früchte, die es jeden Morgen zum Frühstück gab, wir werden sie vermissen.

Zunächst fahren wir nach Notse. Dort wurde im letzten Jahr ein Lycee (Gymnasium) erbaut.

Finanziert wurde die Schule von Mitarbeitern des Landratsamtes Ostalbkreis. Auf Initiative des ehemaligen Landrats Klaus Pavel haben viele Mitarbeiter ihre Überstunden für einen Schulbau in Togo gespendet. Bei dieser vorbildlichen Aktion kamen 68.000,- Euro zusammen. 60.000,- Euro wurden für den Bau der Schule inkl. WC Anlage verwendet. Mit den restlichen 8.000,- Euro wurde ein Teil des neuen Gebäudes für die Schneiderei im ABCN finanziert.

Die Schule wurde bereits im November 2020 fertiggestellt. Der Schulbetrieb wurde dann auch gleich aufgenommen, da ein Teil der bestehenden Schulgebäude in einem miserablen Zustand sind. Im gesamten Schulzentrum werden knapp 1500 Schüler von 20 Lehrern und 4 Lehrerinnen unterrichtet. Bei der Schule befindet sich auch ein Kindergarten. Der Rektor erzählt uns, daß öfters Schülerinnen Kinder bekommen und dann nicht mehr zur Schule können. Er findet es sehr wichtig, daß die Mädchen trotzdem ihren Abschluß machen können. Deshalb hat die Schulverwaltung mit der Kindergartenleitung ein Abkommen, daß auch schon die kleinen Kinder während des Unterrichts, ihrer Mütter, im Kindergarten betreut werden. Normalerweise gehen die Kinder in Togo ab dem zweiten Lebensjahr in den Kindergarten.

In einer Ansprache bedankt sich der Rektor der Schule ganz herzlich. Das Lehrerkollegium, die Schüler und Eltern sind glücklich über die Schule. Es sei die schönste Schule in der gesamten Region.

Alle sind begeistert, das vor allem das Klima in den Klassenzimmern durch die Zwischendecke so angenehm ist. Aus diesem Grund wurde die Schule zur Prüfungsschule ausgewählt. Auch von weit entfernten Schulen kommen die Abiturienten, um ihre Prüfung abzulegen. Im Moment sind schon Sommerferien. Nur die Prüfungen finden noch statt.

Bisher gab es für alle SchülerInnen und die Lehrkräfte kein WC – 1500 Schüler gingen in die Büsche … für uns ist so etwas unvorstellbar.

Der Rektor sagte, was jetzt noch fehlt ist eine Gelegenheit zum Hände waschen. Der nächste Wasseranschluß ist aber zu weit weg, sodaß die Kinder nach dem Toilettengang den Weg nicht gehen. Das Verlegen einer Wasserleitung wäre wegen der weiten Entfernung relativ teuer. Wir werden Waschgelegenheiten organisieren, wie sie im ABCN aus Eimern und Kanistern von unseren Containerlieferungen hergestellt werden und an vielen Schulen, Kindergärten und vielen öffentlichen Gebäuden in Togo stehen.

Auffallend ist, das es auf dem gesamten Schulgelände sehr sauber ist und kein Müll herumliegt. Schon bei unserem ersten Besuch, an der Schule, vor 1 1/2 Jahren hat uns das sehr gefallen. Der Rektor legt sehr viel Wert auf Sauberkeit und Ordnung. Das ist uns schon aufgefallen als wir damals in seinem Büro waren. Obwohl es ein sehr altes und baufälliges Gebäude war, herrschte Sauberkeit und Ordnung.

Er erzählt uns, daß in der Schule auch viel Wert auf Umweltschutz gelegt wird. Als wir vor 1 1/2 Jahren da waren wurden einige Monate zuvor Bäume gepflanzt, die inzwischen schon ganz gut gewachsen sind. Vor wenigen Tagen wurden wieder Bäume gepflanzt. Zum Schutz vor Ziegen wurde ein Weidengeflecht an den Pflanzen aufgebaut.

Im November, wenn evtl. Mitarbeiter des Landratsamtes Ostalb mit nach Togo kommen, sollen weitere Bäume gepflanzt werden. Dann soll auch die offizielle Übergabe und ein großes Fest stattfinden. Bis dahin soll auch der Sportplatz neu angelegt werden. Der Sportlehrer erzählt uns, dass Fußball an der Schule eine große Rolle spielt. Wir haben einen Koffer mit Trikots für eine ganze Mannschaft dabei und übergeben diese, zur Freude aller, an den Rektor und den Sportlehrer.

Da wir noch eine ordentliche Strecke bis Lome zu bewältigen haben, wollen wir weiter fahren. Mit einem gemeinsamen Gebet werden wir verabschiedet und alle wünschen uns eine gute und gesunde Reise, damit wir uns im November alle wiedersehen können.

Wir sind überrascht, wie gut die Piste ist und so schaffen wir den Weg nach Lome in 2 Stunden, obwohl relativ viel Verkehr ist. Vor allem viele LKW’s sind unterwegs, die zum Teil abenteuerlich beladen sind.

Wir freuen uns auf die Nacht im Robinson Plage, das direkt am Meer liegt. Glücklicherweise konnten wir für morgen vormittag einen Termin bei einer Gesundheitsbehörde organisieren, wo wir den PCR Test machen, den wir für die Heimreise benötigen.

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, haben wir noch etwas Zeit, bevor wir uns mit dem Lionsclub Lome treffen, und genießen die Brise am Strand, was nach den Strapatzen der vergangenen Woche sehr angenehm ist. Zwar lockt auch ein Bad im Meer, was aber hier sehr gefährlich ist, da sehr starke Strömungen herrschen und schon einige ertrunken sind.

Um 18.30 Uhr haben wir einen Termin mit einem Lions Club aus Lome. Der Lions Club aus Aalen organisiert zur Zeit den Bau einer Schule in Agou Nyogbo und möchte dafür einen Finanzierungsbeitrag bei Lions International beantragen. Dafür benötigt man auch die Teilnahme eines Lions Club im Empfängerland..

In Togo gibt es 31 Lions Clubs. Vom Lions Club Lome – Ocean sind der Präsident, der Tresorier, der Coordinateur und der Chef Protocole gekommen. In dem über zwei stündigen Gespräch erläuterten Leon und Done zunächst, daß in der vergangenen Woche das Schulzentrum inkl. Wasserprojekt in Xeletivikondzi eingeweiht wurde. Das Projekt wurde von den Lions Sierning, Lions International und Hilfe für Togo finanziert. Nun möchte der Aalener Lions Club ein ähnliches Projekt in Agou Nyogbo auf den Weg bringen. Der Lions Club Lome – Ocean wird sich in den nächsten Tagen beraten und dann bei uns melden. Nach dem wir noch eine Weile diskutieren gehen wir bald ins Bett, denn morgen früh haben wir schon um 9.00 Uhr den Termin für unseren PCRTest.


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