Donnerstag 1. Juli….. auch heute begann der Tag wieder mit dem Frühstück im „Macumba“ und um 9.00 Uhr waren wir zur Übergabe der neugebauten Schule in Kpeta, ein Stadteil im Nordwesten von Kpalime. Der Bau wurde vom BMZ aus Deutschland mit 70% finanziert. Die 380 Schulkinder nahmen uns in Empfang. Es waren extra Schüler abgestellt, die uns persönlich zu unserem Sitzplatz begleiteten. Auch heute war es wieder auffallend, daß alles Coronaconform mit Mundschutz, Händedesinfektion und genügend Abstand zwischen den einzelnen Sitzplätzen stattfand. Wie immer begann die Feier mit einem Gebet. Nach der allgemeinen Begrüßung gab es eine wunderbare Überraschung. Der Schulchor sang die unsere Nationalhymne auf deutsch….wir waren gerührt.

Zwischen verschiedenen Darbietungen der Schüler in Form von Gesängen, afrikanischen und modernen Tänzen gab es mehrere Reden von der Schuldirektorin, dem Schulrat, dem Präsidenten von Apdil, dem Präfekten und von Done. Natürlich gab es von allen Seiten Dankesworte für das schöne Schulgebäude.

Die Direktorin bedankte sich besonders, daß wir trotz der Probleme mit der Standortwahl nicht aufgegeben haben. Der Präfekt (siehe Foto unten) hat eine sehr beeindruckende und motivierte Rede gehalten. Ohne Bildung wird sich Afrika nicht entwickeln. Als Zukunftsvison 2030 hat er sich zum Ziel gesetzt, die Bildung so zu forsieren, daß jedes Kind die Chance hat einen persönlich abgestimmten Bildungsabschluß zu erlangen. Vor allem auch unabhängig des Geschlechtes.

Done bedankte sich bei der Bevölkerung, daß sie engagiert ihren geforderten Arbeitsanteil eingebracht haben. Ganz besonders bedankte er sich bei Leon und dem Team vom ABCN, das gemeinsam mit den Auszubeldenden hervorragend Arbeit geleistet hat. Das ABCN ist inzwischen für seine hohen Standarts bei der Präfektur, in der gesamten Region und darüber hinaus sehr angesehen.

Jetzt haben die Schüler die räumlichen Vorraussetzungen für eine gute Bildung und müssen sich selber, gemeinsam mit ihren Eltern und LehreInnen engagieren um einen guten Abschluß zu erreichen. Schule heißt nicht nur Lerninhalte pauken, sondern auch Zukunftsvisionen im Bereich Umwelt und neue Medien anzugehen. Afrika – Togo muss seine Recourcen im Land erhalten und die Kaufkraft dieser Recourcen im eigenen Land nutzen und schützen. Die Menschen in Europa dürfen nicht denken, die Afrikaner in Bereichen sensibilisieren zu müssen, in denen sie eigentlich weiter sind als die Europäer. Alexandra war während der gesamten Veranstaltung eine perfekte Übersetzerin.

Bei unserem Rundgang konnten wir uns von dem hervorragenden Ergebniss des Bauwerks überzeugen.

Sehr beeindruckt waren wir, daß inzwischen eine Umwelt AG gegründet wurde, in der schon 28 SchülerInnen engagiert sind und z..B. auch dafür sorgen, das der Schulhof sauber ist. Dies war auch klar erkennbar. Im Gegensatz zum dem sonst üblichen Plastikmüll war es sehr sauber. Von den SchülerInnen wurde bereits ein Schulgarten angelegt. Bereits abgestorbene Ölpalmen wurden gefällt und dafür wurden für die Zukunft nützliche und wertvolle Laubbäume gepflanzt. Wir waren begeister, daß die Schüler in diesem Bereich weiterhin aktiv bleiben wollen. Sie werden sich bis zu unserer Novemberreise Gedanken machen, wie das Projekt fortgeführt werden soll.

Leider konnte Patricia an der beeindruckenden Feier nicht teilnehmen, da sie an einer online Vorlesung an ihrem Studienort in Hohenheim teil genommen hat um sich für eine Prüfung in der kommenden Woche vor zu bereiten. Während eines kurzen Stromausfalls hat sie den Auszubildenden im Küchenbereich des Restaurants Macumba bei den Vorbereitungen unseren heutigen Abendessens geholfen.

Nach einer kurzen Mittagspause, die wir auf Grund der Hitze auch brauchten besuchten wir das neu erbaute Gebäude für die Saftproduktion unweit vom ABCN entfernt. Hollali und ihr Team sind inzwischen schon richtig professionell in die Produktion von Saft eingestiegen. Orangen-, Mango- und Ananassaft sind schon im Sortiment. Verfeinert werden die Säfte mit Zitronellgras, Minze, Sternenfrucht, Passionsfrucht und Tamarinde ( Kerne aus den Hülsen des Tamarindenbaums – aus der westafrikanischen und südostasiatischen Küche). Die schwarz-rötlichen Kerne haben einen Feigenähnlichen Geschmack. Außerdem haben sie inzwischen auch begonnen aus Ingwer und Bisop einen Sirup herzustellen, der in kleinen Plastikflaschen abgefüllt wird und so zum Verkauf kommt. Die Säfte werden in den Bags abgefüllt, die wir aus der Mosterei Seiz im Container mitgeliefert haben. Im Moment befindet sich der Markt noch im Aufbau. Eine Genehmigung füer die Vermarktung wurde bereits beantragt und wird sich auch bald genehmigt, da alle Vorraussetzungen im Bereich Hygiene usw. erfüllt werden.

Die Räumlichkeiten sind für uns sehr beeindruckend. Für die Kühlung der fertigen Produkte stehn drei große Kühlschränke aus der Metzgerei Scherrenbacher in Straßdorf zu Verfügung.

Im Anschluß haben wir eine Termin bei der regionalen Außenstelle des Ministeriums für Forstwirtschaft. Da zur Zeit in fast allen Straßen Kpalimes Leitungen verlegt werden und die Straßen z.T. auch geteert werden war es eine anstrengende Fahrt für eigentlich nur wenige Kilometer.

Seit ca.15 Jahren haben wir ein Aufforstungsprogramme auf dem Plateau de Day und auch eine Zertifizierung. Für das Programm auf der Missa Höh. möchten wir diese aktualisieren. und eine Zusage von der Forstverwaltung, daß unsere Arbeit von offizieller Seite anerkannt ist. Der zuständige Beamte wird gemeinsam mit Leon die Flächen besichtigen und uns dann die gewünschte Bescheinigung erstellen. Nach längerer Kalkulation des Beamten hat er unsere ermittelten Kosten für die Aufforstung und die Pflege der Flächen bestätigt.

Schon in der Dämmerung haben wir gemeinsam mit Pfarrer George das Dach des Pfarrhauses besichtig. Dort regnet es an mehreren Stellen in die darunter liegenden Zimmer und eine Reparatur wäre dringend nötig.

Auf Grund des reichhaltigen Programms waren wir alle ziemlich geschafft und freuten uns auf das Abendessen, daß in deutsch-togoischer Zusammenarbeit entsatanden ist und vorzüglich geschmeckt hat.


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